New York (dpa) - Apple hat im Patentprozess gegen Samsung in Kalifornien seine Ideenklau-Vorwürfe bekräftigt. Der südkoreanische Konkurrent habe die bewusste Entscheidung getroffen, iPhone und iPad zu kopieren, sagte Anwalt Harold McElhinny in seiner Eröffnungs-Erklärung vor den Geschworenen.

Samsung Anwälte protestierten laut US-Reportern umgehend gegen die von Apple zusammengestellten vergleichenden Bilder, die diese These untermauern sollten. Im späteren Tagesverlauf war die Samsung-Seite mit ihrer Darstellung an der Reihe.

Schon zu Beginn der Verhandlung lieferte sich Samsung-Chefanwalt John Quinn den Berichten zufolge ein ungewöhnlich lautstarkes Wortgefecht mit Richterin Lucy Koh. Quinn verlangte, dass Bilder einiger Samsung-Geräte aus der Zeit vor dem iPhone doch noch als Beweismittel zugelassen werden. Koh verwies auf die frühere negative Entscheidung und drohte Quinn mit Sanktionen bei weiteren Diskussionen.

Aus zehn Geschworenen wurden am zweiten Verhandlungstag unterdessen neun. Eine Frau bat, von der Aufgabe befreit zu werden, weil ihr Arbeitgeber sie in dieser Zeit nicht bezahlen wolle. Das Gericht willigte ein. Jetzt werden sieben Männer und zwei Frauen den Fall entscheiden. Der Prozess dürfte mindestens bis Mitte August dauern.

Das Verfahren in San Jose - nur wenige Kilometer vom Apple-Hauptquartier entfernt - könnte zur entscheidenden Schlacht im weltweiten Patentkrieg der beiden führenden Smartphone-Anbieter werden. Sie werfen sich gegenseitig Ideenklau vor. Apple will von Samsung mehr als 2,5 Milliarden Dollar Schadenersatz.

Bericht im Blog «All Things D»

Bericht der «San Jose Mercury News»

Bloomberg-Bericht

Prozess-Berichterstatter bei Twitter

Apples «Trial Brief»

Samsungs «Trial Brief»

Bildgalerie von iPhone-Prototypen