Rom (SID) - Der italienische Meister-Trainer Antonio Conte von Juventus Turin hat sich angeblich im Wettskandal-Prozess mit dem italienischen Fußballverband FIGC auf einen Vergleich geeinigt. Demnach soll Conte bei dem am Mittwoch beginnenden Verfahren vor dem Verband eine dreimonatige Berufssperre und eine Geldstrafe in Höhe von 200.000 Euro akzeptieren.

Dies berichteten italienische Medien am Dienstag. Der Vergleich soll dem 43-Jährigen eine Sperre von mindestens sechs Monaten ersparen, die ihm im Fall eines Schuldspruchs drohen. Akzeptiert Conte allerdings den Vergleich, gibt der Fußballlehrer seine Schuld zu.

Der Coach des italienischen Rekordmeisters war vor rund drei Monaten von einem verhafteten Profi beschuldigt worden, 2011 noch als Trainer des AC Siena über Spielabsprachen informiert gewesen zu sein und seine Kenntnisse nicht gemeldet zu haben. Er wurde jedoch vom Verdacht des Sportbetrugs entlastet. Der Fußballlehrer hatte bislang alle Vorwürfe bestritten.

Aufgrund der möglichen dreimonatigen Sperre würde Conte beim italienischen Titelträger Juve erst ab November wieder auf der Trainerbank sitzen. 14 Meisterschaftsspiele würde er versäumen. Conte soll in diesem Fall sehr wahrscheinlich von Juves Nachwuchscoach Marco Baroni vertreten werden.

Ungewiss ist auch die Situation von Juve-Verteidiger Leonardo Bonucci, der sich ebenfalls vor dem Sportgericht des Verbandes verantworten muss. Ob auch der Nationalspieler einen Vergleich anstrebt, ist noch ungewiss.

Die Ermittlungen gegen Bonucci hatten vor Beginn der EURO 2012 für einen Eklat gesorgt und die Nationalmannschaft von Trainer Cesare Prandelli unter Druck gesetzt. Der 25-jährige Bonucci droht eine Sperre von mindestens drei Jahren, weil er während seiner Zeit in Bari an einer Ergebnisabsprache in einem Spiel gegen Udinese Calcio beteiligt gewesen sein soll.

Mit einem Vergleich könnte Bonucci italienischen Medienberichten zufolge die Sperre auf 14 Monate reduzieren. Dafür müsste er jedoch eine Spielmanipulationen gestehen, der Spieler hatte bisher stets seine Unschuld beteuert.

Neben Bonucci und Conte müssen sich ab Mittwoch 44 Spieler, Trainer und Klubmanager sowie 13 Vereine vor dem Sportgericht verantworten. Angeklagt sind unter anderem Erstligisten AC Siena, Udinese Calcio, AC Turin und FC Bologna. Die Ermittlungen waren im vergangenen Jahr von der Staatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Cremona in die Wege geleitet worden.