Frankfurt (dpa) - Im Streit um die «Tagesschau»-App warten die Zeitungsverleger auf ein Signal der öffentlich-rechtlichen Sender.

«ARD und ZDF müssen sich rühren. Wir sind bereit - aber nicht zu Verhandlungen um der Verhandlungen willen», sagte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger BDZV, Helmut Heinen, der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Dienstag). Heinen erinnerte daran, dass es schon im Februar eine unterschriftsreife Einigung gegeben habe. «Wir müssen nur diese ausgehandelte Version unterschreiben. Aber die andere Seite will nicht», sagte Heinen.

Das Kölner Landgericht hatte beide Seiten vor zwei Wochen erneut zu einer gütlichen Einigung aufgefordert. Vor der Wettbewerbskammer wird die Klage von acht großen Verlagen gegen die «Tagesschau»-App verhandelt. Die kostenlose Anwendung für Tablet-Computer wie das iPad bietet nicht nur TV-Inhalte, sondern auch Texte. Die Zeitungsmacher verurteilen sie deshalb als «presseähnlich» und beklagen, die Sender machten ihnen mit der gebührenfinanzierten App auf dem Zukunftsmarkt Online unfaire Konkurrenz. Sollte es keine Einigung geben, will das Gericht im September ein Urteil fällen.

Heinen (56), Herausgeber der «Kölnischen Rundschau», betonte die Gemeinsamkeiten zwischen Verlegern und Öffentlich-Rechtlichen: «Keine Seite will der anderen einen entscheidenden Schaden zufügen. Wir haben gleiche Vorstellungen von Journalismus, Qualität und einer konstruktiven Medienordnung.»

Helmut Heinen auf der BDZV-Seite