London/Cardiff (SID) - Kapitän Ryan Giggs fürchtet Buhrufe für die englische Hymne, Craig Bellamy wird bei "God save the Queen" aus Rücksicht auf seine walisischen Landsleute schweigen: Das "Endspiel" ums Viertelfinale beim olympischen Fußball-Turnier am Mittwoch (20.45 Uhr) in Cardiff gegen Uruguay könnte für Großbritannien zu einem Spießrutenlauf werden.

"Es bedeutet uns Walisern in der Mannschaft sehr viel, das Spiel in unserem eigenen Stadion spielen zu dürfen. Ich hoffe nur, dass die Hymne nicht ausgebuht wird", sagte Giggs. "God save the Queen" sei die Hymne "aller Briten - ob Waliser, Schotte oder Engländer". Viele walisische Fans sehen das jedoch anders, selbst Bellamy hat Vorbehalte - und wird schweigen.

"Aber ich erwarte, dass die Hymne respektiert wird", sagte der Profi des FC Liverpool: "Selbst, wenn es dein ärgster Feind ist: Es sind nur ein, zwei Minuten, da sollte man ruhig sein." Teammanager Stuart Pearce versuchte im Vorfeld, die Sache herunterzuspielen. Dass einige Spieler im "Team GB" die Hymne nicht mitsingen wollen, interessiere ihn nicht, sagte er. "Es gibt da keine Ansagen. Wenn sie wollen, gut. Wenn sie nicht wollen, kein Problem."

Den Briten reicht ein Punkt gegen den zweimaligen Olympiasieger, um in die K.o.-Runde zu kommen. "Es wird schwer, sie haben einige Top-Spieler", sagte Giggs. Einer dieser Stars ist Kapitän Luis Suárez, dem ebenfalls ein ungemütlicher Empfang droht. Bereits bei den ersten beiden Spielen der "Urus" in Manchester und London war der umstrittene Angreifer ausgebuht worden. "Die Fans sollten sich auf sich und ihre eigene Mannschaft konzentrieren", sagte er.