Mountain View (dpa) - Während Facebook Verluste schreibt und langsamer wächst als erhofft, zieht das weltgrößte berufliche Online-Netzwerk LinkedIn davon. Im zweiten Quartal verdoppelte sich der Umsatz nahezu auf 228 Millionen Dollar (187 Mio Euro).

Der Gewinn fiel allerdings um 39 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 2,8 Millionen Dollar, wie LinkedIn am Donnerstag mitteilte. Das lag unter anderem an Aktien, die Mitarbeiter bekommen hatten.

Diesen kleinen Schönheitsfehler verziehen die Anleger dem Unternehmen jedoch. Insgesamt schnitt LinkedIn besser ab, als Analysten erwartet hatten. Nachbörslich schoss die Aktie um 5 Prozent auf 98 Dollar hoch. Beim Börsengang vor einem guten Jahr hatte LinkedIn die Papiere zu 45 Dollar das Stück ausgegeben. Schon am ersten Tag war die Aktie durch die Decke gegangen.

Was ein Unterschied zu Facebook: Die im Mai zu 38 Dollar ausgegebenen Aktien fielen im Laufe des Donnerstagshandels erstmals unter 20 Dollar. Am Ende des Tages gingen sie mit 20,04 Dollar aus dem Handel, ein Verlust von 4 Prozent zum Vortrag. Das bedeutet: Ein Anleger der ersten Stunde hat inzwischen fast die Hälfte seines Einsatzes verloren.

LinkedIn hat 175 Millionen Nutzer weltweit, die hier ihre beruflichen Kontakte pflegen. Bei Facebook sind es 955 Millionen Nutzer, die Kontakt zu ihren Freunden und Bekannten halten. Während Facebook sein Geld vor allem mit Werbeanzeigen und Onlinespielen verdient, ist LinkedIn breiter aufgestellt mit Stellananzeigen, Werbung und Premiummitgliedschaften. Einer der größten Konkurrenten ist das deutsche Xing.

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