Regensburg (dpa) - Im Organspende-Skandal an der Regensburger Uniklinik fehlen den Ermittlern bisher Anhaltspunkte für weitere Täter. Die Prüfungen stünden noch am Anfang, sagte der stellvertretende Sprecher der Staatsanwaltschaft Regensburg, Markus Pfaller, am Freitag.

Die «Süddeutsche Zeitung» hatte berichtet, dass der beschuldigte Oberarzt wahrscheinlich kein Einzeltäter war. «Wir können das zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigen. Wir können keine Vermutungen und Spekulationen anstellen», sagte Pfaller.

Mit Polizei und Klinikum sei am Vortag vereinbart worden, dass die Staatsanwaltschaft sämtliche Unterlagen bekomme. «Dann können wir loslegen», sagte der Justizsprecher.

Dem Zeitungsbericht zufolge ist die Zahl der Lebertransplantationen in Regensburg auch nach dem Weggang des beschuldigten Oberarztes noch einmal drastisch gestiegen. Die Zahl habe sich binnen Jahresfrist um mehr als 40 Prozent erhöht - von 48 Transplantationen im Jahr 2008 auf 69 im Jahr 2009. Eine solche Steigerung gelte als ungewöhnlich, zumal selbst die größten deutschen Transplantationszentren nur rund 100 Lebern pro Jahr transplantierten, schreibt das Blatt.