Rostock/London (SID) - Die aus dem Olympischen Dorf abgereiste Ruderin Nadja Drygalla unterhielt Kontakte zur "offen agierenden rechtsextremistischen Szene". Das bestätigte das Innenministerium des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Die ehemalige Polizeianwärterin hatte darüber sogar mit ihrer Behörde Gespräche geführt, die hrem Austritt aus dem Dienst im September 2011 vorausgingen.

"Nachdem im Jahr 2011 dem Innenministerium bekannt wurde, dass auch Personen zum Bekanntenkreis von Nadja Drygalla gehören, die der offen agierenden rechtsextremistischen Szene zugehörig sind, wurden mit ihr intensive Personalgespräche geführt", teilte das Ministerium am Freitag in einer Presseerklärung mit. Die Gespräche hätten dazu geführt, "dass Nadja Drygalla einen Antrag auf Entlassung stellte, welchem mit Wirkung vom 30.09.2011 stattgegeben wurde", hieß es weiter.

Meldungen, wonach der Lebensgefährte von Drygalla zur rechtsextremen Szene in Rostock gehört, wollte die Behörde nicht bestätigen. "Zu Mutmaßungen und Gerüchten im Zusammenhang mit den persönlichen Lebensverhältnissen von ehemaligen Polizeianwärtern nimmt das Innenministerium grundsätzlich keine Stellung", hieß es.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier wies eine Schuld am Zustandekommen der Nominierung von sich. "Entgegen anderslautender Medienberichte zeichnet das Innenministerium für die Entsendung der olympischen Teilnehmer nicht verantwortlich, sondern die jeweiligen Sportverbände", erklärte Caffier.

Drygallas Verein, der ORC Rostock, und auch der Olympiastützpunkt wollten zu dem Thema keine Stellungnahme abgeben.