London (SID) - Michael Vesper, Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft, hat im Fall der Ruderin Nadja Drygalla Versäumnisse des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern bemängelt. "Es wäre hilfreich gewesen, wenn das Innenministerium uns über seine Gespräche und seine Erkenntnisse zu Nadja Drygalla informiert hätte", sagte Vesper, zugleich Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), auf Anfrage des SID.

Der Landesruderverband und der Landessportbund von Mecklenburg-Vorpommern wissen angeblich seit Herbst 2011 von dem Fall Drygalla. Das sagte Michael Teich, Sprecher des Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern, dem SID auf Anfrage.

Zum Deutschen Ruderverband (DRV) und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ist der Fakt, dass die Olympia-Ruderin Drygalla in Kontakt zur "offen agierenden rechtsextremistischen Szene" steht, angeblich nie vorgedrungen. Vesper betonte am Freitag mehrfach, dass der DOSB erst seit Donnerstag von den Vorfällen um Drygalla weiß.

"Zwar ist richtig, dass nicht das Innenministerium, sondern der Sport die Sportler für Olympia nominiert; er kann dabei aber nur solche Erkenntnisse berücksichtigen, über die er von den zuständigen Stellen informiert wird", sagte Vesper.