London (SID) - Pistolenschütze Ralf Schumann hat bei seiner siebten Olympia-Teilnahme erstmals das Finale mit der Schnellfeuerpistole verpasst. Der 50-Jährige, der in London zum deutschen Rekord-Teilnehmer avanciert war, kam nach dem zweiten Qualifikationsdurchgang am Freitag auf 577 Ringe und landete damit nicht unter den besten Sechs.

"Es waren zu viele kleine Fehler. Ich bin sicher nicht happy, aber warum sollte ich den Kopf hängen lassen?", sagte Schumann, der sich ein anderes Ende seiner ruhmreichen Olympia-Laufbahn gewünscht hatte, aber dennoch gelassen blieb. "Mein Wert als Mensch hat sich dadurch ja nicht verändert. Ich definiere mich nicht über Leistung, ich definiere mich als Ralf Schumann, der ich bin. Wenn jetzt ein nicht so schöner Wettkampf dazugekommen ist, ist das auch eine wichtige Erfahrung."

Derweil zog Christian Reitz (Raunheim), Dritter 2008 in Peking, in die Endrunde ein. Er setzte sich im Stechen um Platz sechs gegen Martin Podhrasky aus Tschechien durch.

Schumann hatte in der ersten Qualifikation am Donnerstag lediglich 287 Ringe erreicht und war mit einer Hypothek in den zweiten Tag gegangen. Der Dusslinger hatte seit 1988 stets das Finale erreicht und dabei drei Gold- und zwei Silbermedaillen gewonnen.