London (SID) - Verbandspräsident Siegfried Kaidel hat Ruderin Nadja Drygalla zu einer "öffentlichen Distanzierung von rechtsextremem Gedankengut" aufgefordert. Zugleich erklärte Kaidel in einem Interview auf der Internetseite des Deutschen Ruderverbandes (DRV), dass weitere Förderanträge ausgesetzt worden seien. Drygalla wollte als Soldatin in die Sportfördergruppe der Bundeswehr eintreten.

Man werde als Sportverband versuchen, weitere Erkenntnisse zu sammeln, sagte Kaidel: "Dazu gehören belastbare Einschätzungen der Sicherheitsorgane." Ob Drygalla eine weitere Chancen erhalten könne, würden diese Ermittlungen zeigen.

Kaidel betonte, dass "rechtsextremes Gedankengut mit den Werten des Rudersports nicht vereinbar" sei. "Da gibt es kein Pardon. Wir sind weder auf dem rechten noch auf dem linken Auge blind. Eher verzichten wir auf solche Sportler, selbst wenn dies zur Schwächung der Mannschaft führt. Da lasse ich mich im Zweifel gerne verklagen."

Nach allem, was er derzeit wisse, habe sich die 23-Jährige "bisher im Umfeld des Rudersports nie politisch engagiert oder agitiert. Mich wundert aber, dass jetzt aus unterschiedlichen Positionen behauptet wird, dass ihre intensiven Kontakte in die rechte Szene bekannt waren." Verschiedene Athleten des Olympiateams hatten erklärt, dass Drygallas Beziehungen zu einem Mann, der möglicherweise ein führender Kopf der rechten Szene in Mecklenburg-Vorpommern ist, kein Geheimnis seien.

Drygalla, Mitglied des Frauen-Achters in London, hatte das deutsche Team am Freitagmorgen nach einem längeren Gespräch mit dem Chef de Mission Michael Vesper verlassen und die Heimreise angetreten.