Frankfurt/Main (dpa) - Gute Nachrichten aus Griechenland haben den Dax am Montag weiter steigen lassen. Am Nachmittag schaffte es der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,64 Prozent auf 6910 Punkte erstmals seit Anfang April über die 6900-Punkte-Marke.

Damit knüpfte er an seinen knapp vierprozentigen Kurssprung vor dem Wochenende an. Der MDax legte am Montag um 1,11 Prozent auf 11 113 Punkte zu - bis zum gut fünf Jahre alten Rekordhoch fehlen dem Index der mittelgroßen Unternehmen damit weniger als 400 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,95 Prozent auf 793 Punkte nach oben.

Die griechische Regierung hatte sich am Sonntag mit den internationalen Kreditgebern auf die Eckpunkte eines weiteren, milliardenschweren Sparpakets geeinigt. Dass der spanische Ministerpräsident ein Gesuch für weitere Rettungshilfen nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen hatte, habe zudem Hoffnungen auf baldige und energische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) wie den Kauf spanischer Anleihen genährt, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Dies spiegelte sich auch in den leicht rückläufigen Renditen für Staatsanleihen der Euro-Problemländer wider: So fiel etwa in Spanien die Rendite für zehnjährige Papiere weiter von der als kritisch erachteten Sieben-Prozent-Marke zurück.

Bei Einzelwerten sorgten vor allem Analystenkommentare für Bewegung. Die Titel des Versicherers Allianz schafften es dank einer positiven Studie mit plus 2,11 Prozent auf einen der vorderen Plätze im Dax. Die US-Bank JPMorgan hatte sie mit Blick auf die jüngsten Zahlen hochgestuft und empfiehlt nun eine Übergewichtung. Auch die Autowerte legten zu, nachdem die Investmentbank Cheuvreux den Sektor ebenfalls auf «Übergewichten» hochgestuft hatte. BMW gewannen als Dax-Spitzenreiter 2,72 Prozent. Dahinter ging es für die VW-Vorzüge und Daimler um 2,05 beziehungsweise 1,85 Prozent hoch.

Das half im MDax auch den Titeln des Zulieferers Continental, für die zudem die DZ Bank den fairen Wert anhob und die Kaufempfehlung bestätigte: Sie gewannen 2,73 Prozent. Die zyklischen Stahlwerte legten ebenfalls zu: ThyssenKrupp stiegen um 2,40 Prozent und Salzgitter sogar um 5,50 Prozent. Die Bayer-Titel gehörten mit minus 1,14 Prozent zu den schwächsten Werten im deutschen Leitindex. Der Chemie- und Pharmakonzern sieht zwar Spielraum für eine Dividendenerhöhung, falls das Geschäft weiter brummt. Händlern zufolge rechnen die Anleger aber bereits vorher mit einer steigenden Ausschüttung an die Aktionäre. Bei den Technologiewerten büßten indes United Internet nach der Ankündigung millionenschwerer Abschreibungen 1,93 Prozent ein.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,04 Prozent am Freitag auf 1,11 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,32 Prozent auf 134,73 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,41 Prozent auf 143,42 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2379 (Freitag: 1,2245) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8078 (0,8167) Euro.