Frankfurt/Main (dpa) - Gute Nachrichten aus Griechenland und eine freundliche Wall Street haben den Dax am Montag weiter steigen lassen. Der Leitindex ging mit plus 0,77 Prozent bei 6918,72 Punkten aus dem Handel und schaffte es erstmals seit Anfang April wieder über die 6900-Punkte-Marke.

Der MDax legte um 1,23 Prozent auf 11 125,80 Punkte zu - bis zum gut fünf Jahre alten Rekordhoch fehlen dem Index der mittelgroßen Unternehmen damit weniger als 400 Punkte. Für den TecDax ging es um 1,29 Prozent auf 795,83 Punkte hoch. Die griechische Regierung hatte sich am Sonntag mit den internationalen Kreditgebern auf die Eckpunkte eines weiteren, milliardenschweren Sparpakets geeinigt.

Einige Marktteilnehmer seien am vergangenen Freitag, als der Dax um fast vier Prozent zugelegt hatte, offenbar auf dem falschen Fuß erwischt worden, sagte Händler Frank Schneider von Alpha Wertpapierhandel. Sie hätten nun Aktien nachkaufen müssen. Wegen der niedrigen Renditen anderer Anlageklassen herrsche zudem Anlagenotstand, der Investoren automatisch stärker in Aktien treibe, ergänzte Schneider.

Bei Einzelwerten sorgten Analystenkommentare für Bewegung. Die Titel des Versicherers Allianz schafften es mit plus 1,96 Prozent auf einen der vorderen Dax-Plätze. Die US-Bank JPMorgan hatte sie mit Blick auf die jüngsten Zahlen hochgestuft und empfiehlt nun eine Übergewichtung.

Ansonsten waren zyklische Aktien wie Auto- und Stahlwerte gefragt. BMW gewannen 2,37 Prozent, Daimler verteuerten sich um 1,69 Prozent und die Volkswagen-Vorzüge um 1,66 Prozent. Die Investmentbank Cheuvreux hatte den Autosektor auf «Übergewichten» hochgestuft. Im MDax ging es für die Titel des Zulieferers Continental, für die nach zahlreichen Kurszielerhöhungen am Freitag nun auch die DZ Bank den fairen Wert anhob, um weitere 2,39 Prozent aufwärts. ThyssenKrupp stiegen als bester Dax-Wert um 2,87 Prozent, Salzgitter als zweitbester MDax-Wert sogar um 7,04 Prozent. Deutz legten an der Indexspitze um 8,45 Prozent zu.

Die Bayer-Papiere landeten mit minus 1,00 Prozent indes am Dax-Ende. Der Chemie- und Pharmakonzern sieht für den Fall eines weiter brummenden Geschäfts zwar Spielraum für eine Dividendenerhöhung. Am Markt überrasche dies aber kaum, so ein Händler. Bei den Technologiewerten büßten United Internet nach der Ankündigung millionenschwerer Abschreibungen zum Handelsende nur noch 0,20 Prozent ein, nachdem sie am Vormittag um die 3 Prozent nachgegeben hatten.

Der EuroStoxx 50 gewann 1,13 Prozent auf 2399,32 Punkte. In Paris und London schlossen die Börsen ebenfalls freundlich. Am US-Aktienmarkt stand der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss mit rund einem halben Prozent im Plus.

Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,04 Prozent am Freitag auf 1,11 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,32 Prozent auf 134,73 Punkte. Der Bund-Future kletterte um 0,27 Prozent auf 143,22 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2379 (Freitag: 1,2245) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8078 (0,8167) Euro.