London (SID) - Nach den Enttäuschungen in London lässt Schwimm-Weltrekordler Paul Biedermann seine olympische Zukunft offen. "Über die nächsten Spiele mache ich mir derzeit keine Gedanken, sondern denke bis zur EM in Berlin 2014", sagte der 25-Jährige dem Sport Informations-Dienst (SID). Der dreifache WM-Dritte aus Halle/Saale war über 400 m Freistil überraschend schon im Vorlauf ausgeschieden und hatte über die halbe Distanz als Fünfter eine Medaille verpasst.

Gleich nach dem vierten Platz zum Abschluss mit der 4x200-m-Freistilstaffel hatte Biedermann auf die Frage nach einer Teilnahme in Rio de Janeiro noch geantwortet: "Für diese Staffel wird es sich lohnen weiterzumachen - auf jeden Fall." Die kurzfristige Planung indes steht. "Ich werde in diesem Jahr noch an Weltcups und DM, EM und WM auf der Kurzbahn teilnehmen", sagte der Doppel-Weltmeister von 2009.

Eine Erklärung für seine enttäuschenden Zeiten hatte er auch mit einigen Tagen Abstand noch nicht. "Ich warte erst einmal in den nächsten Wochen die Auswertungen und Analysen vom DSV ab", sagte er. Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) hatte nach den ersten medaillenlosen Olympischen Spielen seit 80 Jahren eine lange Mängelliste vorgetragen und den Schwimmern unter anderem fehlende Wettkampfhärte und zu geringe Grundlagenausdauer vorgeworfen. Dazu wollte sich Biedermann nicht äußern.

Eine vorzeitige Abreise aus London mit seiner Freundin Britta Steffen, die ebenfalls die Erwartungen nicht erfüllt hat, ist nicht geplant. Beide wollen bis zum Ende der Spiele bleiben, bestätigten sie dem SID.