London (SID) - Der Traum von einer Olympia-Medaille ist für Mittelgewichts-Boxer Stefan Härtel kurz vor der Erfüllung geplatzt. Der dreimalige deutsche Meister unterlag am Montag im Viertelfinale dem frenetisch angefeuerten Briten Anthony Ogogo mit 10:15 und ist damit als letzter deutscher Faustkämpfer aus dem olympischen Turnier ausgeschieden. Mit einem Sieg hätte Härtel die Bronzemedaille sicher gehabt.

"Ich habe mich in der ersten Runde an der Hand verletzt, das hat mich behindert", sagte Härtel, der bei den Punktrichtern einen Sympathie-Bonus für Ogogo ausgemacht haben wollte: "Ich hatte das Gefühl, dass sie ihn wegen des Publikums bevorzugt haben. Es wäre schön gewesen, eine Medaille mitzunehmen, aber ich war auch für die Erfahrung hier."

Halbschwergewichtler Enrico Kölling (Berlin) hatte sich am Samstag dem Algerier Abdelhafid Benchabla mit 9:12 geschlagen geben müssen. Superschwergewichtler Erik Pfeifer (Lohne) und Weltergewichtler Patrick Wojcicki (Wolfsburg) waren bereits in der ersten Runde ausgeschieden.

Dem Deutschen Boxsport-Verband (DBV) ist der erhoffte Befreiungsschlag nach der größten Pleite der Geschichte in Peking 2008 nur zum Teil geglückt. Alle vier deutschen Faustkämpfer waren vor vier Jahren bereits in der ersten Runde ausgeschieden, in London zeigten sich die DBV-Faustkämpfer zumindest verbessert.