London (SID) - Der Medaillen-Traum ist geplatzt: Die deutschen Hockey-Damen haben das Halbfinale bei den Olympischen Spielen in London verpasst. Im letzten Gruppenspiel kam die Mannschaft von Bundestrainer Michael Behrmann trotz ihrer besten Turnierleistung nicht über ein 0:0 gegen Neuseeland hinaus und muss in die Platzierungsrunde.

Das Team des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) lieferte zwar einen Sturmlauf, scheiterte aber an der schwachen Chancenverwertung. Zwei vermeintliche Tore wurden von den Schiedsrichterinnen nicht anerkannt. Neuseeland zog durch den Punktgewinn in die Runde der letzten Vier ein, Deutschland spielt am Mittwoch (11.30/12.30) um Platz sieben.

"Wir hatten viele Chancen, ein Tor zu schießen, so viele wie in noch keinem Spiel zuvor. Wenn wir es geschafft hätten, wären wir vielleicht in einen Lauf gekommen. Aber am Ende hat uns dann das Quäntchen Glück gefehlt", sagte Michael Behrmann. Torhüterin Yvonne Frank fügte hinzu: "Jetzt ist das Turnier halt vorbei, das ist natürlich bitter."

Nach anfänglicher Nervosität kam Deutschland sehr gut ins Spiel, schaffte es aber nicht, seine zahlreichen Torchancen zu nutzen. Tina Schütze (11.), Lisa Hahn (19.), Maike Stöckel und erneut Hahn (28.) brachten schon vor der Pause den Ball aus aussichtsreichen Positionen nicht über die Linie. 2:21 Minuten vor der Pause wurde ein deutscher Treffer nach einem Video-Beweis der Schiedsrichter nicht anerkannt, weil Stöckel zuvor den Ball im Schusskreis nicht mehr berührt hatte.

Nach dem Seitenwechsel wurde ein Treffer von Julia Müller nicht gegeben, weil ihr Schuss nach einer Strafecke zu hoch ins Tor flog (48.), bei der vom deutschen Team geforderten Video-Überprüfung ließ sich nicht beweisen, dass die Eckensituation vorher schon abgeschlossen war. In der 41. Minute lupfte Celine Wilde einen Volley-Schuss aus einem Meter Entfernung über das Tor. Insgesamt ließen die Vize-Europameisterinnen sieben Strafecken ungenutzt.