Berlin (SID) - Für die Politik ist der Fall Nadja Drygalla trotzt der ersten öffentlichen Aussagen der Ruderin noch lange nicht zu den Akten gelegt. Der Vorschlag der Vorsitzenden Dagmar Freitag, das Thema bei einer der nächsten Sitzungen des Sportausschusses auf die Agenda zu heben, stieß bei den Grünen und der Linkspartei auf Zustimmung. Grünen-Politikerin Viola von Cramon fordert sogar, auch Drygalla zu der Sitzung einzuladen.

"Wenn der Sportausschuss sich damit beschäftigt, dann sollten alle Verantwortlichen eingeladen werden und natürlich auch die Sportlerin selbst. Grundsätzlich ist es gut, wenn die Person, um die es geht, sich auch äußern würde", sagte von Cramon dem SID. Sie betonte jedoch, dass es nicht darum gehe, die Sportlerin an den Pranger zu stellen: "Die ganze Sache bedarf einer Aufklärung, denn die Informationspanne ist offensichtlich."

Auch Katrin Kunert von den Linken begrüßte es, dass der Fall im Sportausschuss behandelt werden soll. "Die Ahnungslosigkeit des DOSB gefällt mir überhaupt nicht. Der DOSB und das Innenministerium müssen jetzt Rede und Antwort stehen", sagte Kunert.

CDU-Politiker Eberhard Gienger, der in London auch Gespräche mit dem Deutscher Ruderverband (DRV) geführt hat, ist dagegen skeptisch. "Ich bin nicht der Meinung, dass das Thema unbedingt in den Sportausschuss muss. Dafür ist noch zu viel Bewegung in dem Fall", sagte der ehemalige Reck-Weltmeister.