Berlin (dpa) - Nach Aussage des Landesverbands von Nadja Drygalla soll der Deutsche Ruderverband (DRV) schon lange vor Olympia vom privaten Umfeld der Athletin gewusst haben.

«Fakt ist: Ich habe geschildert, dass Nadja zum 30. September 2011 aus der Sportfördergruppe der Landespolizei ausgeschieden war», sagte Hans Sennewald, Vorsitzender des Landesverbands in Mecklenburg-Vorpommern, der Nachrichtenagentur dpa über ein Gespräch mit DRV-Sportdirektor Mario Woldt beim Frühjahrstest in Köln.

«Ich habe Herrn Woldt in diesem Gespräch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das Innenministerium die weitere Beschäftigung Nadjas wegen ihres Freundes und seiner Umtriebe für problematisch gehalten hat, denn es war für mich wichtig, dass Herr Woldt die Hintergründe von Nadjas Ausscheiden aus der Sportfördergruppe der Landespolizei kannte», betonte Sennewald. Der DRV hatte nach eigenen Angaben erst am vergangenen Donnerstag «Erkenntnisse zum privaten Umfeld» Drygallas erhalten.

Woldt bestätigte, dass in Köln «Gespräche auch über Nadja Drygalla geführt» worden seien. «Dabei ist aber nur über sportliche und finanzielle Dinge, nicht jedoch über politische Dinge gesprochen worden», sagte der DRV-Sportdirektor. «Ich wundere mich, dass Herr Sennewald im Wissen um die mögliche Tragweite dieser Geschichte nicht den Vorstand des Deutschen Ruderverbandes informiert hat.»

Die 23-jährige Drygalla war am Freitag nach einem Gespräch mit der deutschen Teamleitung über ihre Beziehung zu dem früheren NPD- Landtagskandidaten Michael Fischer aus London abgereist. Am Sonntag hatte sie sich öffentlich deutlich von der rechten Szene distanziert.

Landesruderverband Mecklenburg-Vorpommern

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