London (dpa) - Silber-Tag für das deutsche Olympia-Team in London: Durch Radsprinter Maximilian Levy, die Turner Fabian Hambüchen und Marcel Nguyen sowie die Dressurreiter gab es nach der jüngsten Medaillenflaute gleich vier silberne Plaketten zu bejubeln.

Levy musste sich im Keirin-Finale nur dem Briten Sir Chris Hoy geschlagen gaben, der zum sechsten Mal in seiner Karriere olympisches Gold gewann. Das halbe Dutzend an Goldmedaillen für Deutschland sollte am Abend Robert Harting mit dem Diskus vollmachen.

Auch im Dressurviereck erwiesen sich die Briten für die deutsche Equipe mit Dorothee Schneider, Kristina Sprehe und Helen Langehanenberg als zu stark. Damit riss eine Serie: Nach Silber 1972 in München hatten die deutschen Dressureiter bei jedem Olympia-Start Gold geholt. Hambüchen erfüllte sich mit Silber am Reck den Traum von einer erneuten Olympia-Medaille. Vier Jahre nach Bronze in Peking turnte er an seinem Spezialgerät seine Übung perfekt und wurde Zweiter hinter dem Niederländer Epke Zonderland.

Zuvor hatte Nguyen am Barren nur dem Chinesen Feng Zhe den Vortritt lassen müssen und seine zweite Plakette in London nach Silber im Mehrkampf gewonnen. Radsprinterin Kristina Vogel musste mit Rang vier zufrieden sein. Ringer Frank Stäbler verlor in der Klasse bis 66 Kilogramm das kleine Finale und wurde ebenfalls Vierter.

Auch die Surfer Toni Wilhelm und Moana Delle kamen im letzten Rennen vor Weymouth vom Medaillenkurs ab. Wilhelm wurde im Gesamtklassement Vierter. Delle beendete die Regatten auf dem fünften Rang. Triathlet Jan Frodeno besaß keine Chance, seinen Olympiasieg von Peking zu wiederholen. Beim Sieg des britischen Favoriten Alistair Brownlee belegte der Deutsche den sechsten Platz.

Mit 34 Gold-, 20 Silber- und 17 Bronzemedaillen baute China seinen Vorsprung in der Länderwertung vor dem Team der USA (30-16-20) weiter aus. Die britische Mannschaft (22-13-12) festigte ihre Position als Nummer drei. Das deutsche Team sammelte seine Medaillen 23 bis 26, wartete aber bis zum Abend schon den vierten Tag auf Gold.

Christina Obergföll und Linda Stahl zogen ins Speerwurf-Finale ein. Vize-Europameisterin Obergföll kam in der Qualifikation auf 66,14 Meter. Ex-Europameisterin Linda Stahl benötigte ebenfalls nur einen Wurf, um die geforderten 62,00 Meter zu übertreffen. Zum Pechvogel wurde der chinesische Hürdenstar Liu Xiang. Er stürzte an der ersten Hürde und schied mit einer Achillessehnenverletzung aus. Der frühere Weltrekordler und Olympiasieger von 2004 musste schon bei den Spielen in Peking vor vier Jahren im Vorlauf aufgeben.

Die deutsche Kanu-Flotte paddelt mit einer Ausnahme komplett auf Medaillenkurs. Nur Katrin Wagner-Augustin schied im Einer-Kajak überraschend im Halbfinale aus. Dagegen qualifizierten sich der Vierer-Kajak der Männer über 1000 Meter, Peter Kretschmer und Kurt Kuschela im Zweier-Canadier über 1000 Meter sowie Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak über 500 Meter für die Finals. Insgesamt stehen sieben deutsche Boote in den olympischen Endläufen.

Die Hockey-Herren standen schon vor ihrem letzten Vorrundenspiel als Halbfinal-Teilnehmer fest. Der Goldmedaillengewinner von Peking profitierte von der 2:4-Niederlage Südkoreas gegen Gruppensieger Niederlande. Das Spiel am Abend gegen Neuseeland war ohne Bedeutung. Wasserspringer Patrick Hausding zog mit einer überzeugenden Vorstellung ins Finale vom Drei-Meter-Brett ein.