London (SID) - Nach ihrem Achtelfinal-Aus bei den Olympischen Spielen erhebt Deutschlands beste Badmintonspielerin Juliane Schenk im Gespräch mit dem SID schwere Vorwürfe gegen ihren eigenen Verband. "Der DBV hat nicht alles dafür getan, dass ich in London eine Medaille gewinnen kann. Mehr noch: Ich hatte das Gefühl, dass ich die Medaille gar nicht gewinnen sollte, weil ich dadurch zu viel Macht bekommen hätte", sagte Schenk.

Für Aufsehen im deutschen Lager hatte ein Artikel im Tagesspiegel gesorgt, in dem über die Beziehung zwischen Schenk und ihrer Mentaltrainerin Gaby Frey berichtet wurde. Der Artikel bezog sich auf DBV-Sportdirektor Martin Kranitz und erweckte den Anschein, Schenk sei Frey hörig. "Das habe ich so nie gesagt", sagte Kranitz dem SID, der Eklat im deutschen Team war dennoch perfekt. "Egal, wer was gesagt hat: Tatsache ist, dass dem Bericht nicht widersprochen wurde", sagte die Weltranglistensechste Schenk.

"Ich war in der Stimmung, sofort abzureisen", sagte Schenk, die sich bereits im Vorfeld über mangelnde Unterstützung beklagt hatte. So hatte Mentaltrainerin Frey keine Akkreditierung bekommen. "Das konnten wir nicht gewährleisten, wir hatten ja nur zwei Trainerstühle für unsere Athleten frei", sagte Verbands-Präsident Karl-Heinz Kerst dem SID. Nun soll ein internes Gespräch folgen. "Ob es eine gemeinsame Zukunft gibt? Ich weiß es nicht. Ich stehe gerade am Scheideweg", sagte die 29-jährige Schenk.