Köln (dpa) - Die neugewählte Kölner Opernintendantin Birgit Meyer (51) findet parteiübergreifend Zustimmung, aber die Opposition im Stadtrat kritisiert das Verfahren.

Nach den Querelen und der Entlassung ihres Vorgängers Uwe Eric Laufenberg war Meyer am Montag mit den Stimmen der rot-grünen Mehrheit vom Hauptausschuss des Stadtrats gewählt worden. Ruhe werde damit aber wohl noch nicht einkehren, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Winrich Granitzka der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag: «Die Berufung steht auf sehr wackligen Beinen.» CDU und FDP sind der Ansicht, dass sowohl die Entlassung Laufenbergs als auch die Wahl Meyers möglicherweise vom falschen Ausschuss entschieden wurden.

Granitzka ließ aber keinen Zweifel daran, dass er Meyer für die geeignete Intendantin hält: «Das ist die richtige Personalentscheidung, aber warum jetzt diese Hast?» Wären die juristischen Fragen zuerst geklärt worden, hätte Meyer eine große Mehrheit bekommen, sagte er. SPD-Kultursprecherin Eva Bürgermeister war dagegen rasche Klarheit wichtiger: «Die juristischen Fragen sind möglicherweise gar nicht innerhalb einer Woche oder eines Monats zu klären», sagte sie am Dienstag. Die Grünen meinen, auch im Interesse der Beschäftigten sei es nötig gewesen, schnell zu entscheiden.

Laufenberg war im Juni als Intendant fristlos entlassen worden, nachdem er seine Vorgesetzten in der Stadtverwaltung im Streit um das Budget der Oper scharf angegriffen hatte. Laufenberg hielt die Kölner Oper für unterfinanziert.

Rolf Bolwin, Direktor des Deutschen Bühnenvereins, sagte, Meyers Berufung bedeute einen Neuanfang, nun müsse es künstlerisch vorangehen: «Frau Meyer wird ihre Chance nutzen und einen guten Job machen. Sie hat ja die Erfahrung.» Meyer selbst hatte nach der Wahl gesagt, sie wolle sich auf die künstlerische Arbeit konzentrieren - öffentlich auftreten wird sie nach derzeitiger Planung erst Ende August.

Birgit Meyer auf der Internetseite der Oper Köln