Frankfurt/Main (dpa) - Nach zwei Tagen ohne klare Tendenz hat der Dax am Freitag nachgegeben. Marktexperten verwiesen auf schwache Konjunkturdaten aus China, die auf die Kurse an den europäischen Börsen gedrückt hätten.

Am Nachmittag belastete Händlern zufolge zusätzlich, dass die chinesische Notenbank das Zeitfenster für eine mögliche weitere Senkung des Mindestreservesatzes ungenutzt verstreichen ließ. Der deutsche Leitindex weitete seine Verluste aus und sank um 0,94 Prozent auf 6899 Punkte. Auf Wochensicht steht aber immer noch ein Plus von knapp einem halben Prozent zu Buche. Der MDax verlor vor dem Wochenende 0,52 Prozent auf 11 007 Punkte, und der TecDax gab um 0,51 Prozent auf 782 Punkte nach.

Angesichts der aktuellen Daten zum Außenhandel nehme die Sorge zu, dass die chinesische Wirtschaft weiter an Dynamik verliere, sagte Analyst Dirk Gojny von der National-Bank. Analyst Werner Bader von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von einer Fortsetzung des jüngsten Konsolidierungskurses. Laut Lars Kremkow, Marktstratege bei Activtrades, «sieht es so aus, als hätten sich die Marktteilnehmer darauf geeinigt, richtungsweisende Entscheidungen im Dax erst in der kommenden Woche zu klären».

Auf der Tagesagenda stand zum Wochenschluss eine Reihe von Unternehmensberichten. Die Aktien von ThyssenKrupp gewannen an der Dax-Spitze 5,40 Prozent. Der operative Quartalsgewinn brach weniger als befürchtet ein. Dazu kam der bestätigte Ausblick des Industrie- und Stahlkonzerns. Dagegen belasteten mehrere Abstufungen aufgrund schwacher Zahlen die Commerzbank-Aktien.

Sie weiteten mit minus 2,85 Prozent ihre Vortagsverluste aus und waren damit Dax-Schlusslicht. Hannover Rück musste im zweiten Quartal wegen ungünstiger Finanzgeschäfte einen Gewinnrückgang von 13 Prozent verkraften. Damit schnitt der Rückversicherer deutlich schlechter ab als von Analysten erwartet, was die Aktie mit minus 3,48 Prozent ans MDax-Ende drückte.

Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,16 Prozent am Vortag auf 1,11 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,33 Prozent auf 134,85 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,40 Prozent auf 143,38 Punkte. Der Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2262 (Donnerstag: 1,2301) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8155 (0,8129) Euro.