Köln (dpa) - Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und der neue Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen haben den in die Kritik geratenen Inlands-Geheimdienst als «unverzichtbar» bezeichnet.

Bei einer Mitarbeiterversammlung am Freitag in Köln wurde Maaßen (49) von Friedrich in sein Amt als Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz eingeführt.

«Wir brauchen das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Parlamente in die Arbeit des Verfassungsschutzes», sagte Friedrich nach Angaben der Behörde. Er sei ein «unverzichtbares Frühwarnsystem». Maaßen sagte, er wolle die Behörde «so modern und effektiv wie möglich» aufstellen. «Dieses Amt nimmt eine unverzichtbare Rolle beim Schutz unserer freiheitlichen Demokratie ein.»

Maaßen war am 1. August zum Nachfolger von Heinz Fromm (64) ernannt worden, der sein Amt wegen der umstrittenen Vernichtung von Akten zur Neonazi-Mordserie aufgegeben hatte. Der Verfassungsschutz war - auf Bundesebene wie in den Ländern - zuletzt wegen Versäumnissen bei der Aufklärung der Morde kritisiert worden.

SPD-Innenexperte Michael Hartmann forderte die neue Führung des Verfassungsschutzes zu umfassenden Reformen auf. Die Bekämpfung des Rechtsextremismus müsse effektiver werden, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. CDU-Innenexperte Clemens Binninger sprach sich für eine stärkere Zentralisierung der Arbeit der Sicherheitsbehörden aus. «Wissen und Information ist genug vorhanden, aber leider nicht die notwendige Analysefähigkeit, die die gesamte Sicherheitsarchitektur verbindet», sagte er der «Leipziger Volkszeitung» (Freitag). Die Grünen kritisierten, Friedrich bringe Gefolgsleute an den Spitzen der Sicherheitsbehörden unter, statt sich um deren Reform zu kümmern.

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