Beirut/Teheran (dpa) - Die Weltgemeinschaft sucht nach einem Friedensstifter für das arabische Bürgerkriegsland. Informierte Kreise tippen auf den algerischen Diplomaten-Veteranen Lakhdar Brahimi. In Aleppo toben die Kämpfe weiter.

Brahimi ist als möglicher Nachfolger des scheidenden Syrien-Vermittlers Kofi Annan im Gespräch. Der 78-jährige ehemalige algerische Außenminister habe «gute Chancen», den Auftrag im Namen der Vereinten Nationen (UN) und der Arabischen Liga zu erhalten, sagte ein westlicher Diplomat mit Einblick in die Diskussionen am Freitag in Beirut.

Annan hatte vor einer Woche wegen der mangelnden Friedensbereitschaft der Konfliktparteien in Syrien und der Uneinigkeit der Vetomächte im Weltsicherheitsrat seinen Rückzug von dem Amt angekündigt. Brahimi war in der Vergangenheit als UN-Sondergesandter unter anderen in Afghanistan und im Irak tätig. Eine offizielle Bestätigung für seine Ernennung lag am UN-Sitz in New York zunächst nicht vor.

In der umkämpften syrischen Stadt Aleppo gingen die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Assad-Truppen und Aufständischen am Freitag weiter. Nach ihrer Verdrängung aus dem strategisch wichtigen Bezirk Salaheddin sammelten sich die Rebellen in einem benacbbarten Stadtteil neu. «Wir bereiten einen Gegenangriff vor», sagte ein örtlicher Kommandeur der Deutschen Presse-Agentur am Telefon.

Seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime vor 17 Monaten sind nach UN-Schätzungen schon etwa 17 000 Menschen ums Leben gekommen, die meisten Zivilisten. Die Zahl der Vertriebenen liegt laut UN bei 1,5 Millionen Syrern

Eine eintägige Syrienkonferenz in Teheran endete am Donnerstagabend ohne konkrete Ergebnisse. Der iranische Außenminister Ali-Akbar Salehi konnte zum Abschluss der Tagung nur bekanntgeben, dass sich alle 30 Teilnehmer gegen Gewalt in Syrien und «für eine nationale Lösung ohne ausländische Einmischung» ausgesprochen hätten.

Bei dem Treffen waren Staaten vertreten, die wie der Iran die Führung von Präsident Baschar al-Assad in Syrien offen unterstützen oder zumindest gegen einen Regimewechsel sind. Nach Angaben Salehis nahmen auch Abgesandte aus Russland und China daran teil. «Syrien sollte nicht zum Exempel dafür werden, dass der Westen demnächst die politischen Systeme der Länder in der Region bestimmt», bekräftigte Salehi die Haltung Teherans.