London (dpa) - Thomas Lurz hat den deutschen Schwimmern mit Silber über zehn Kilometer im letzten Wettbewerb doch noch olympisches Edelmetall in London beschert. Der Würzburger musste im Hyde Park nur den Tunesier Oussama Mellouli ziehen lassen, der rund dreieinhalb Sekunden vor Lurz anschlug.

Andreas Waschburger kam auf Rang acht. Mit der silbernen Plakette gewann Lurz die insgesamt 38. Medaille für die deutsche Olympia-Mannschaft, die bisher zehnmal Gold, 17 Mal Silber und elfmal Bronze verbuchte. Damit verfehlte das Team sein Medaillenziel klar. Dies geht aus den am Freitag vom Bundesinnenministerium erstmals veröffentlichten Zielvereinbarungen zwischen dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Fachverbänden hervor. Demnach waren in London insgesamt 86 Medaillen, davon 28 aus Gold, angestrebt worden.

Achter-Ruderer Kristof Wilke wird die deutsche Fahne bei der Schlussfeier der Spiele am Sonntag ins Olympiastadion tragen. Das gab der DOSB bekannt. Der 27 Jahre alte Schlagmann hatte mit dem Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes Gold gewonnen.

Bei den Kanu-Wettbewerben zog Ronald Rauhe in zwei Sprintfinals über 200 Meter ein. Gemeinsam mit seinem Partner Jonas Ems kam er auf dem Dorney Lake als Halbfinal-Zweiter in den Endlauf am Samstag. Zuvor hatte sich der ehemalige Kajak-Weltmeister bereits für das Finale in der Einzel-Konkurrenz qualifiziert. 1000-Meter-Olympiasieger Sebastian Brendel im Canadier-Einer und Silke Hörmann verpassten den Sprung ins Finale.

Australien ist die erfolgreichste Segelnation der London-Spiele. Die 470er-Segler Mathew Belcher und Malcolm Page sicherten Down Under schon das dritte Gold im Revier vor Weymouth. Bei den Frauen sicherten sich Jo Aleh und Olivia Powrie aus Neuseeland Olympia-Gold. Kathrin Kadelbach aus Berlin und Friederike Belcher erkämpften sich im Medaillenfinale Rang drei, konnten ihren achten Platz im Gesamtklassement aber nicht mehr verbessern.

Beim Taekwondo-Turnier verlor Helena Fromm ihren Viertelfinalkampf. Die 25-Jährige unterlag in der Klasse bis 67 Kilogramm Peking-Olympiasiegerin Hwang Kyung Seon aus Südkorea. Die Deutsche hat am Abend noch eine Bronze-Chance, sollte Hwang ins Finale kommen. Jana Berezko-Marggrander verpasste das olympische Finale der Gymnastinnen klar. Die Schülerin kam bei ihrem Olympia-Debüt im Feld der 24 Gymnastinnen auf Rang 17. Die deutsche Gruppe schied als Zehnte der Qualifikation ebenfalls aus.

Mit einwöchiger Verspätung legte Chinas Olympia-Delegation Protest gegen den Gold-Gewinn der deutschen Team-Radsprinterinnen Kristina Vogel und Miriam Welte ein. Im Finale am 2. August war das siegreiche chinesische Duo von der internationalen Jury wegen eines Wechselfehlers und Befahrens der blauen Linie auf Rang zwei zurückgestuft worden, was den Deutschen Gold einbrachte.