Berlin (SID) - Nach der Androhung eines Zwangsgeldes hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich eine Veröffentlichung der Zielvereinbarungen zwischen dem BMI und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) in Aussicht gestellt. "Wenn wir keine Rechtsmittel mit aufschiebender Wirkung mehr haben, werden wir keine Strafe zahlen, sondern werden es entsprechend veröffentlichen", sagte Friedrich im Interview mit dem ZDF-Morgenmagazin.

Er gehe jedoch davon aus, dass der DOSB, der die Vereinbarungen mit den Sportverbänden trifft, bereit sei, in naher Zukunft die Zielvereinbarungen publik zu machen. Der DOSB wollte sich am Freitag auf SID-Anfrage zunächst nicht zu dem Sachverhalt äußern.

Das Verwaltungsgericht Berlin hatte dem BMI ein Zwangsgeld in Höhe von 10.000 Euro angedroht, falls es nicht bis Freitag (15 Uhr) seiner Verpflichtung zur Auskunft über die Zielvorgaben zu Medaillenzielen bei den Olympischen Spielen nachkommt. Das BMI hatte gegen einen entsprechenen Eilbeschluss der 27. Kammer Beschwerde eingelegt, die jedoch nach Meinung des Gerichts keine aufschiebende Wirkung habe. Gegen den Beschluss ist die Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zulässig.

Unterdessen zeigte sich Friedrich "nicht unzufrieden" mit der bisherigen Ausbeute der deutschen Sportler in London. "Manche Silbermedaille hätte auch eine Goldmedaille sein können, das war ganz knapp", sagte der CSU-Politiker: "Man muss auch die Gesamtzahl der Medaillen anschauen, da liegen wir nicht schlecht."