Zürich/Düsseldorf (dpa) - Die Schweizer Großbank UBS hat Berichte zurückgewiesen, wonach sie deutschen Kunden helfe, Vermögen in Singapur vor dem Fiskus zu verstecken.

«Wir bieten unseren Kunden in diesem Geschäft keine Steuerberatung an», erklärte ein UBS-Sprecher am Freitag. Das Geldinstitut reagierte damit auf Anfragen zu einem Bericht der «Financial Times Deutschland».

Danach soll die Staatsanwaltschaft von Nordrhein-Westfalen mit dem Ankauf interner Daten der UBS in den Besitz von Unterlagen gekommen sein, die zeigen würden, wie Schweizer Banken Steuerhinterziehern helfen, Vermögen in Fernost zu verstecken. «UBS bietet den Kunden keine Unterstützung bei Handlungen, die der Umgehung ihrer Steuerpflichten dienen», erklärte der Unternehmenssprecher Dominique Gerster. «Wir verzeichnen seit der Ankündigung des Steuerabkommens keine Zunahme von Anfragen nach Vermögenstransfers in andere Regionen.»

NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans warf Schweizer Banken am Freitag vor, Strategien zur Aushebelung des zwischen Deutschland und der Schweiz vereinbarten Steuerabkommens zu entwickeln. Auf die Frage, ob sie Geld deutscher Kunden nach Fernost transferierten, sagte der SPD-Politiker im ZDF-«Morgenmagazin»: «Die Fahndung hat Hinweise darauf, (...) dass jetzt schon in großem Stil natürlich darüber nachgedacht wird, wie das Geld, das in der Schweiz geparkt ist und das für die Banken eine wichtige Finanzierungsgrundlage ist, (...) auch erhalten werden kann.»