Toronto (dpa) - Tommy Haas begeistert sogar seine Konkurrenten. «Ich glaube, dass er momentan wieder sein bestes Tennis spielt», sagte Landsmann Philipp Kohlschreiber: «Es ist sportlich phänomenal, das muss man einfach sagen.»

Und wie gut der Hamburger derzeit drauf ist, bekam auch der Weltranglisten-Zweite Novak Djokovic zu spüren. Der Vorjahressieger musste beim ATP-Turnier in Toronto schon einiges zeigen, um sich im Viertelfinale gegen Haas mit 6:3, 3:6 und 6:3 durchzusetzen. «Es war ein richtig hartes Match», gab der Serbe nach der Zweieinhalb-Stundenpartie zu.

Haas musste genauso wie Djokovic binnen kurzer Zeit am Freitag zweimal ran, nachdem der Turnierplan durch heftigen Regen durcheinandergebracht worden war. Gegen den Tschechen Radek Stepanek hatte sich der 34-Jährige nach dem Verlust des ersten Satzes wieder aufgerappelt und am Ende klar mit 2:6, 6:4 und 6:1 im Achtelfinale des mit 2,65 Millionen US-Dollar dotierten Tennisturniers gewonnen. Djokovic hatte seine Partie gegen den US-Amerikaner Sam Querrey in zwei Sätzen mit 6:4, 6:4 für sich entschieden.

Viel Zeit zum Durchatmen blieb beiden nicht. Und dann verlor Haas auch noch den ersten Satz. Fünf Breakbälle ließ er ungenutzt. Doch der Hanseate mit Wahl-Wohnsitz in Florida gab sich nicht geschlagen und glich nach Sätzen aus. «Tommy ist ein großartiger Spieler», meinte Djokovic.

Im entscheidenden Durchgang setzte sich der rund neun Jahre jüngere Serbe dann wieder durch, doch mit dem Lob für Haas war er noch nicht fertig. «Nach Jahren mit Verletzungen und Operationen ist er sehr stark zurückgekommen, er ist sehr fit und er spielt wirklich gut auf schnellen Belägen», meinte Djokovic.

Pünktlich vor den US Open, die Ende August beginnen, ist Haas in Form. Dass er nicht für Olympia nominiert wurde, scheint ihn trotz aller Enttäuschung nur noch mehr angestachelt zu haben. Mitte Juni hatte er sich mit dem Turniersieg in Halle/Westfalen eindrucksvoll zurückgemeldet. Danach erreichte Haas in Hamburg und in Washington jeweils das Finale.