Rom (dpa) - In der Enthüllungsaffäre «Vatileaks» muss sich der beschuldigte Kammerdiener von Papst Benedikt XVI. wegen schweren Diebstahls vor Gericht verantworten. Zudem werde Anklage gegen einen weiteren Beschuldigten erhoben.

Das teilte der Vatikan am Montag in Rom laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa mit. Bei diesem handelt es sich demnach um einen Informatiker aus dem päpstlichen Staatssekretariat. Ihm wird Beihilfe zum Diebstahl zur Last gelegt.

Kammerdiener Paolo Gabriele wird vorgeworfen, vertrauliche Dokumente vom päpstlichen Schreibtisch entwendet zu haben, von denen einige brisante in die Medien gelangten. Darunter waren Unterlagen zu einem angeblichen Mordkomplott gegen den Papst und zu umstrittenen Geschäften der Vatikan-Bank IOR.

Bei einer Verurteilung drohen Gabriele nach vatikanischem Recht sechs bis acht Jahre Haft. Es hatte wiederholt Mutmaßungen gegeben, es seien mehr Personen in die Enthüllungsaffäre verwickelt. Bislang hatte der Vatikan immer betont, es werde allein gegen den Diener ermittelt.