Frankfurt/Main (dpa) - Schwindende Hoffnungen auf eine baldige weitere konjunkturelle Unterstützung durch die Notenbanken haben am Mittwoch den deutschen Aktienmarkt belastet.

Bei dünnen Handelsumsätzen sank der Dax um die Mittagszeit um 0,41 Prozent auf 6946 Punkte. Der MDax gab um 0,38 Prozent auf 11 008 Punkte nach. Der TecDax sank um 0,06 Prozent auf 778 Punkte.

Bereits in Asien hatten die Märkte nachgegeben, da Investoren nach den jüngsten Konjunkturdaten in Europa und den USA zunehmend nicht mehr an weitere geldpolitische Lockerungen im September glaubten, sagte ein Marktstratege. Händler Markus Huber von ETX Capital hingegen meinte, dass es trotz der vielen neuen Konjunkturdaten letztlich keine größere Klarheit gebe, in welche Richtung es in Europa und weltweit nun weitergehe.

In dem im Vergleich zum Dienstag sehr ruhigen Handelsumfeld standen erneut die Aktien des Pharma- und Chemieunternehmens Merck im Fokus. Nach starken Quartalszahlen und leicht angehobenen Jahresprognosen am Vortag profitierten sie nun von mehreren positiven Studien. Nach einem Anstieg am Dienstag um etwas mehr als 4 Prozent gewannen die Papiere weitere 1,16 Prozent auf 87,00 Euro.

Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp fielen um 1,80 Prozent und waren damit schwächster Dax-Wert. Die Papiere des Stahlhändlers Salzgitter büßten im MDax 2,05 Prozent ein. Beide Werte litten unter Aussagen des weltgrößten brasilianischen Eisenerzlieferanten Vale, der davon ausgeht, dass die goldenen Zeiten des chinesischen Wachstums vorbei sind. Das hatte bereits die Stahlwerte in Asien belastet.

Die Aktien von Rheinmetall verloren 2,90 Prozent und litten unter einem Bericht in der «Financial Times Deutschland», dass die Bundeswehr wieder Wartung und Reparatur der Heeres-Fahrzeugflotte vollständig selbst übernehmen wolle. Vor sieben Jahren war dieser Teil in die dafür neu gegründete HIL Heeresinstandsetzungslogistik ausgegliedert worden. An ihr hält der Bund seitdem 49 Prozent, die restlichen 51 Prozent befinden sich in den Händen dreier deutscher Rüstungsfirmen, darunter auch Rheinmetall.