Frankfurt/Main (dpa) - Schwindende Hoffnungen auf eine baldige weitere Unterstützung der Konjunktur durch die Notenbanken haben am Mittwoch den Dax belastet. Der Leitindex sank zum Handelsschluss um 0,40 Prozent auf 6946,80 Punkte.

Damit entfernte er sich wieder ein Stück weit von der psychologisch wichtigen Marke von 7000 Punkten, an der er in den letzten Tagen mehrfach gescheitert war. Der MDax gab um 0,21 Prozent auf 11 026,22 Punkte nach. Der TecDax hingegen rückte um 0,13 Prozent vor auf 779,31 Punkte.

«Dass die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank, wenn notwendig, Stimuli abfeuern werden, ist klar», sagte ein Stratege. «Aber die Investoren fragen sich derzeit, wie bald das sein wird, und neigen daher eher zu Gewinnmitnahmen.» Darüber hinaus blieben einige Börsen in Europa wegen des Feiertages Mariä Himmelfahrt geschlossen und dies könnte die ohnehin schon niedrigen Handelsumsätze an diesem Mittwoch noch einmal nach unten gedrückt haben, meinte Händlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets.

Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp fielen im insgesamt recht ruhigen Handel um 2,32 Prozent auf 15,765 Euro und waren damit schwächster Dax-Wert. Die Papiere des Stahlherstellers Salzgitter büßten im MDax 4,04 Prozent ein. Beide Werte litten unter Aussagen des weltgrößten brasilianischen Eisenerzlieferanten Vale, der davon ausgeht, dass die goldenen Zeiten des chinesischen Wachstums vorbei sind. Das hatte bereits die Stahlwerte in Asien belastet.

Die Aktien des Pharma- und Chemieunternehmens Merck legten nach einem Anstieg am Dienstag von etwas mehr als 4 Prozent um weitere 0,67 Prozent zu. Nach starken Quartalszahlen und leicht angehobenen Jahresprognosen hatten sie nun von mehreren positiven Studien profitiert.

Im MDax verloren die Aktien von Rheinmetall 3,25 Prozent und litten unter einem Bericht, dass die Bundeswehr wieder Wartung und Reparatur der Heeres-Fahrzeugflotte vollständig selbst übernehmen wolle. Vor sieben Jahren war dieser Teil in die dafür neu gegründete HIL Heeresinstandsetzungslogistik ausgegliedert worden. An ihr hält der Bund seitdem 49 Prozent, die restlichen 51 Prozent befinden sich in den Händen dreier deutscher Rüstungsfirmen, darunter Rheinmetall.

In Europa gab der EuroStoxx 50 um minimale 0,08 Prozent auf 2430,39 Punkte nach. Auch der Pariser Leitindex und der britische «Footsie» schlossen in Minus. In den USA sank der Dow Jones Industrial zum Zeitpunkt des europäischen Börsenschlusses um 0,07 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,20 Prozent (Vortag: 1,14 Prozent). Der Rentenindex Rex fiel um 0,29 Prozent auf 134,21 Punkte. Der Bund Future sank um 0,66 Prozent auf 141,46 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,2276 (Dienstag: 1,2352) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8146 (0,8096) Euro.