London (dpa) - Zwischen Großbritannien und Ecuador zeichnet sich ein diplomatischer Streit ab, in dessen Zentrum der Wikileaks-Gründer Julian Assange steht.

Großbritannien hat in einem Brief an die ecuadorianischen Behörden gedroht, notfalls den exterritorialen Status der Botschaft aufzuheben und Assange gewaltsam aus der Botschaft des südamerikanischen Landes in London zu holen. Dort hält er sich seit Mitte Juni auf. Es läuft ein Antrag auf Asyl in Ecuador.

Eine Entscheidung darüber, ob Ecuador dem 41 Jahre alten Australier tatsächlich Asyl gewähren wird, will Präsident Rafael Correa heute um 14.00 Uhr (MESZ) bekanntgeben. Vorausgegangen waren intensive Beratungen im Parlament und in der Regierung Ecuadors. Der Präsident gilt seit längerer Zeit als Freund von Assange.

Großbritannien hat nach Darstellung seines Außenministeriums auf der Grundlage eines Gesetzes aus dem Jahr 1987 grundsätzlich die Möglichkeit, in die Botschaft einzudringen. Ein solcher Schritt wird jedoch von Experten in London als unwahrscheinlich angesehen, zumal er rechtlich umstritten ist.

Gesetz über diplomatische Vertretungen von 1987