München (dpa) - Der frühere MAN-Vorstand Anton Weinmann hat zum Auftakt seines Bestechungsprozesses der Anklage widersprochen. «Die Vorwürfe sind nicht zutreffend und werden von mir mit Nachdruck zurückgewiesen», sagte Weinmann nach der Anklageverlesung am Donnerstag vor dem Landgericht München I.

Er empfinde Teile der Anklage als «zutiefst ehrverletzend». Die Ermittler unterstellten ihm, wegen eines einzelnen kurzen Gesprächs von dem gesamten Bestechungsvorgang nicht nur gewusst, sondern ihn auch gebilligt zu haben.Das könne er aus seiner Sicht nur «als absurd» empfinden.

Er habe im Gegenteil viel im Unternehmen gegen Verstöße unternommen. Erst später seien überhaupt Einzelheiten bekannt geworden, über die er nicht oder zu spät informiert worden sei. Die Anklage sei mangels Tatverdacht «unvertretbar».

Er wolle nun seine Unschuld beweisen. Um einer Vorverurteilung in den Medien zu begegnen, sei er gezwungen gewesen, einer Verbreitung der Anklageschrift an die Presse vor der Verhandlung zu unterbinden. Noch hat das Verwaltungsgericht München nicht entschieden, ob die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift herausgeben darf.