Köln (SID) - In der Diskussion um effektivere Sportförderung kritisiert das bei den Olympischen Spielen in London erfolgreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen den Bund, DOSB und die Spitzenverbände. "Die Förderung von NRW durch den Bund ist nicht angemessen. Der Bund fördert beispielsweise den Olympiastützpunkt Berlin stärker als die drei nordrhein-westfälischen Olympiastützpunkte zusammen, obwohl diese deutlich mehr Athleten betreuen", sagte Walter Schneeloch, Präsident des Landessportbundes NRW. 113 von 392 Mitgliedern der deutschen Olympiamannschaft (29 Prozent) kamen nach einer LSB-Rechnung aus Nordrhein-Westfalen, von 44 Medaillen entfielen 16 auf NRW-Sportler.

Gisela Hinnemann, Vizepräsidentin Leistungssport des LSB NRW, ergänzte: "In Nordrhein-Westfalen gibt es immer noch zu wenige und zu wenig gut ausgebildete Trainer. Die finanzielle Ausstattung des Leistungssports reicht nicht aus. Statt benötigter 13 Millionen Euro stehen nur 6 Millionen Euro jährlich zur Verfügung."

Hinzu käme laut Hinnemann, dass NRW bei der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Spitzenverbänden "eine klare Führung" vermisse. Außerdem würden die Potenziale der Sportwissenschaft zu wenig genutzt.

Schneeloch hob hervor, auch die NRW-Strukturen überdenken zu wollen. "Dass teilweise ein und derselbe Trainer sowohl von uns als auch von der Sportstiftung NRW gefördert wird, halte ich für nicht effizient. Wichtig sei zudem ein rigoroses Umdenken beim Schulsport: "Körperliche Fitness und Leistungsfähigkeit, Laufen, Springen und Werfen müssen wieder im Mittelpunkt des Sportunterrichts stehen."