London (dpa) - Die schwedische Regierung hat Wikileaks-Gründer Julian Assange versichert, ihn unter keinen Umständen der Todesstrafe in den USA auszusetzen. «Wir werden niemals eine Person ausliefern, der die Todesstrafe droht», sagte Cecilia Riddselius vom schwedischen Justizministerium der «Frankfurter Rundschau».

Eine etwaige Auslieferung unterliege strengen Bedingungen. Dazu gehöre die Garantie der US-Regierung, dass der Gefangene auf keinen Fall hingerichtet werde, sagte die stellvertretende Direktorin für Strafsachen und internationale Zusammenarbeit. Die USA habe bisher aber auch keine Schritte in Richtung Auslieferung unternommen.

Assange, der seit zwei Monaten in der ecuadorianischen Botschaft in London Schutz sucht, wird in Schweden gesucht, weil er zwei Frauen sexuell belästigt oder vergewaltigt haben soll. Großbritannien möchte den mit EU-weitem Haftbefehl gesuchten Assange ausliefern. Er selbst befürchtet, Schweden werde ihn an die USA ausliefern. Dort drohe ihm die Todesstrafe, weil er auf der Enthüllungsplattform Wikileaks Zehntausende geheimer US-Depeschen veröffentlicht hatte.

Der Fall sorgt für heftigen diplomatischen Streit. Ecuadors Präsident Rafael Correa warnte die britische Regierung, sie würde «diplomatischen Selbstmord» begehen, sollte sie die ecuadorianische Botschaft in London betreten, um Assange dort heraus zu holen. Das berichtete der Sender BBC am Dienstag unter Berufung auf das Staatsfernsehen Ecuadors. Ein solcher Schritt würde zur Folge haben, dass sämtliche diplomatische Vertretungen Großbritannien in anderen Ländern gestürmt werden könnten, erklärte Correa.

Die Briten hatten vergangene Woche gedroht, sie könnten auf der Grundlage eines Gesetzes von 1987 in die Botschaft eindringen und Assange festnehmen. Wenige Stunden danach aber war das Außenministerium zurückgerudert und hatte betont, man hoffe auf eine Verhandlungslösung. Es gebe keine Absicht, die Botschaft zu stürmen.

Correa erklärte, er sei bereit, den Fall Assange bis zu den Vereinten Nationen zu bringen. Auch verspreche er sich weitere Unterstützung von der außerordentlichen Sitzung der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) an diesem Freitag. Wie genau es weitergehen soll und ob Assange aus der Botschaft nach Ecuador gebracht werden könnte, ließ er jedoch offen.

Ecuador hat Assange mittlerweile politisches Asyl gewährt. Sobald dieser die Botschaft und damit das Hoheitsgebiet Ecuadors verlässt, kann die britische Polizei ihn jedoch festnehmen. Die britische Regierung hatte mehrfach betont, sie werde ihrer juristischen Pflicht nachkommen und Assange nach Schweden ausliefern.

BBC-Bericht