Frankfurt/Main (dpa) - Schwindende Hoffnungen auf eine neuerliche Lockerung der US-Geldpolitik haben den Dax am Donnerstag ins Minus gedrückt. Nach einem freundlichen Start verlor der Leitindex 0,74 Prozent auf 6966 Punkte.

Der MDax sank um 0,34 Prozent auf 11 100 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,39 Prozent auf 785 Punkte nach unten. Der Präsident der US-regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, ist sich nicht sicher, ob nach den jüngsten Konjunkturdaten tatsächlich ein neues Anleihenkaufprogramm notwendig sei. Das am Mittwoch veröffentlichte Protokoll zur jüngsten Notenbanksitzung hatte zuvor an den Märkten die Hoffnung auf eine weitere geldpolitische Lockerung geschürt.

Die Aussagen Bullards hätten den Aktienmarkt unter Druck gesetzt, sagte Händler Markus Huber von ETX Capital. Letztendlich hätten sich Anleger auch darüber enttäuscht gezeigt, dass der Markt nach dem «positiven» Sitzungsprotokoll nicht an die Anfangsgewinne vom Vormittag festhalten konnte und dass keine Anschlusskäufe stattgefunden hätten. Daraufhin hätten schnell Gewinnmitnahmen eingesetzt.

Im Dax sanken die Titel des Gesundheitskonzerns Fresenius wegen Sorgen um ein mögliches zweites Übernahmeangebot an die Aktionäre von Rhön-Klinikum um 1,81 Prozent. Wie das «Manager Magazin» vorab berichtete, will Fresenius unverändert 22,50 Euro je Aktie für das fränkische Unternehmen zahlen. Die Annahmeschwelle für das neue Gebot solle aber nunmehr bei 50 Prozent plus einer Aktie liegen. Der Aufsichtsrat von Fresenius berate in dieser Woche über die neue Offerte, hatte dpa-AFX bereits am Dienstag berichtet. Die Anteilsscheine von Rhön-Klinikum kletterten vor diesem Hintergrund an der MDax-Spitze um 6,30 Prozent auf 19,835 Euro.

Unter den MDax-Werten stachen zudem die Papiere von Sky Deutschland mit einem Plus von 2,48 Prozent positiv heraus. Das Bezahlfernsehen hat hierzulande nach Ansicht von Firmenchef Brian Sullivan im Gegensatz zu anderen Ländern noch Wachstumspotenzial. Am Index-Ende fielen die Papiere von Fielmann um 2,62 Prozent. Die Augenoptikerkette hatte im zweiten Quartal weniger Gewinn erzielt. Die Unsicherheiten in der Eurozone führten zu einer massiven Absenkung des Zinsniveaus und damit des Anlageergebnisses, hieß es zu Begründung.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,12 (Mittwoch: 1,21) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,36 Prozent auf 134,48 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,25 Prozent auf 143,10 Punkte vor. Der Kurs des Euro legte zu. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2552 (1,2448) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7967 (0,8033) Euro.