Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax ist am Donnerstag erstmals seit einer Woche wieder unter die Marke von 7000 Punkten gesunken. Schwindende Hoffnungen auf eine neuerliche Lockerung der Geldpolitik in den USA sorgten für Gewinnmitnahmen am deutschen Aktienmarkt.

Nach freundlichem Start büßte der Leitindex 0,97 Prozent auf 6949,57 Punkte ein. Der MDax sank um 0,59 Prozent auf 11 071,92 Punkte. Für den TecDax ging es um 0,36 Prozent auf 785,00 Punkte nach unten.

«Es fehlen weitere positive Impulse», sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade angesichts des hohen Kursniveaus und sprach deshalb von einer notwendigen Konsolidierung. Aussagen des Präsidenten der regionalen Notenbank von St. Louis dämpften am Nachmittag die Stimmung: James Bullard hatte sich in einem Fernsehinterview nicht sicher gezeigt, ob nach den jüngsten Konjunkturdaten tatsächlich ein neues Anleihenkaufprogramm notwendig sei. Zuvor hatte das am Vorabend veröffentlichte Protokoll zur jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed noch die Hoffnung auf weitere geldpolitische Maßnahmen geschürt.

Weiterhin im Fokus stand eine mögliche zweite Offerte von Fresenius an die Aktionäre von Rhön-Klinikum: Wie am Vortag schon vom «Platow Brief» in Aussicht gestellt, berichtete nun auch das «Manager Magazin», dass der Medizinkonzern erneut 22,50 Euro je Aktie für den Klinkbetreiber bieten wolle. Es verfestigt sich aber, dass sich der Konzern im zweiten Anlauf mit nunmehr 50 Prozent plus einer Aktie zufriedengeben könnte. Fresenius-Aktien fielen im Dax um 1,76 Prozent, Rhön Klinikum dagegen schossen im MDax um 8,36 Prozent auf 20,22 Euro nach oben.

Den größten Kursverlust erlitten im Dax aber die Metro-Aktien mit minus 2,87 Prozent auf 23,695 Euro. Belastend wirkten sich dabei laut Händlern schwächelnde Geschäfte des Wettbewerbers Ahold in den Niederlanden aus. Im europaweit schwachen Versorgersektor fielen RWE-Aktien um 2,11 Prozent: Negativ wirkte dabei auch der am Vortag gescheiterte Verkauf des Regionalversorgers Süwag nach. Michael Schäfer von Equinet sieht nun die Ziele des Energiekonzerns für Beteiligungsverkäufe in Gefahr.

Titel von ThyssenKrupp dagegen gehörten mit einem kleinen Abschlag von 0,18 Prozent zur Spitzengruppe im Leitindex. Der Stahlkonzern hat laut einem Medienbericht einen Abnehmer für die auf Karosseriebleche spezialisierte Tochter Tailored Blanks gefunden. Equinet-Analyst Stefan Freudenreich äußerte sich deshalb zuversichtlich, dass auch der Verkauf der Stahlwerke in Brasilien und den USA erfolgreich über die Bühne gehen werde.

Außerhalb der großen Indizes stiegen die Papiere von Borussia Dortmund nach vorläufigen Zahlen um rund fünf Prozent auf 2,636 Euro. Einen Tag vor dem Start in die neue Bundesliga-Saison hatten sie zwischenzeitlich bei 2,667 Euro den höchsten Stand seit fast einem halben Jahr erreicht. «Die Zahlen sind sehr gut ausgefallen», sagte Analyst Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe.

Auch der EuroStoxx 50 verlor gut ein Prozent auf 2429,17 Punkte, und der Cac 40 gab in Paris um fast ein halbes Prozent nach. Der Londoner «Footsie» dagegen schloss moderat im Plus. In New York fiel der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa um 0,63 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,21 Prozent am Vortag auf 1,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,36 Prozent auf 134,48 Punkte. Der Bund Future rückte um 0,53 Prozent auf 143,50 Punkte vor. Der Kurs des Euro näherte sich mit 1,2576 US-Dollar der Marke von 1,26 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2552 (1,2448) Dollar festgesetzt.