Palo Alto (dpa) - Eine riesengroße Abschreibung, rückläufige PC-Verkäufe und hohe Kosten für den Konzernumbau haben beim weltgrößten Computerhersteller Hewlett-Packard zu tiefroten Zahlen geführt.

Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juli) verlor der Konzern unterm Strich 8,9 Milliarden Dollar (7,1 Mrd Euro). Im Vorjahreszeitraum hatte HP noch 1,9 Milliarden Dollar verdient. HP hatte bereits vor dem Verlust gewarnt.

«HP steckt noch immer ganz am Anfang einer Wende, die Jahre dauern wird», sagte Konzernchefin Meg Whitman am Mittwoch. Das Unternehmen leidet darunter, dass immer mehr Kunden zu einem Tablet-Computer oder ihrem Smartphone greifen und sich den Kauf eines neuen PC sparen. Erschwerend hinzu kamen in der jüngeren Vergangenheit Querelen und konfuse Entscheidungen im Management. Seit einem knappen Jahr steht nun die frühere Ebay-Lenkerin Whitman an der Spitze und versucht aufzuräumen. 27 000 Leute müssen beim Umbau des Konzerns gehen.

Der Umsatz fiel zuletzt um 5 Prozent auf 29,7 Milliarden Dollar. Einzig das Software-Geschäft konnte zulegen. Weltweit steht HP nach Daten der Marktforschungsfirma Gartner nur noch knapp an der Spitze der PC-Hersteller, dicht gefolgt vom chinesischen Aufsteiger Lenovo. In Deutschland hat der US-Konzern die Führungsposition bereits verloren und ist auf Rang vier hinter Acer und Lenovo zurückgefallen. Angesichts der schweren Lage nahm das Management die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr zurück.

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