Hamburg (SID) - In der Diskussion um die Finanzprobleme des Handball-Bundesligisten HSV Hamburg haben sich erstmals Trainer Martin Schwalb und seine Spieler zu Wort gemeldet. "Stand jetzt ist, dass keiner auf etwas verzichten muss", sagte Schwalb am Donnerstag dem Sport-Informations-Dienst (SID): "Aber wir stehen in Gesprächen mit der Mannschaft, wie man zusätzliche Einnahmen generieren und Ausgaben senken kann."

Zuvor hatte sich bereits Ex-Nationalspieler Pascal Hens besorgt geäußert. "Ich würde lügen, wenn ich sage, dass mich die Situation nicht beschäftigt. Gut, dass der Verein auf uns zugegangen ist und uns früh informiert hat", sagte Hens der Bild-Zeitung. Die Verantwortlichen des Ex-Meisters hatten zuvor stets bestritten, den Spielern einen freiwilligen Gehaltsverzicht von 20 Prozent nahegelegt zu haben. Dies hatte das Hamburger Abendblatt berichtet.

"Man hört so viel von Sparzwängen anderer Klubs und hofft, dass es einen selbst nicht trifft. Nun ist es so. Und wir gehen als Mannschaft zusammen da durch", sagte Rückraumspieler Hens. Team-Kollege Michael Kraus schlägt in die gleiche Kerbe. "Wir alle sitzen in einem Boot, also rudern wir auch gemeinsam. Die Mannschaft wird zusammen eine Lösung finden. Dieses Zeichen wollen wir auch dem Management geben", sagte der Spielmacher.

Nach dem Ausstieg von Medizinunternehmer Andreas Rudolph als Präsident und Mäzen müssen die Hamburger ihre Ausgaben senken. Vor der Saison wurden bereits die Verträge von Blazenko Lackovic, Marcin Lijweski und Torsten Jansen zu reduzierten Bezügen verlängert. Der Etat wurde deutlich gesenkt, ist aber mit 8,1 Millionen Euro immer noch der zweithöchste der Liga hinter Triple-Gewinner THW Kiel (9,5).