London (dpa) - Der Konflikt in Syrien wird nach Einschätzung von Amnesty International zunehmend auf dem Rücken von Zivilisten ausgetragen.

Insbesondere die Tatsache, dass die Regierungstruppen im Kampf gegen Rebellen in der Stadt Aleppo vermehrt Luftwaffe und Artillerie einsetzten, führe zu Risiken für die Zivilbevölkerung. «In der weit überwiegenden Mehrheit der Fälle werden die Menschen Opfer von Angriffen der Regierungstruppen, unter Verletzung der internationalen Menschenrechtsgesetzgebung», heißt es in dem Bericht.

Amnesty-Aktivisten waren in der ersten August-Hälfte für zehn Tage in Aleppo, der größten Stadt Syriens. In dieser Zeit allein seien mindestens 80 nicht direkt an dem Konflikt beteiligte Zivilisten getötet und viele weitere verletzt worden, geht aus dem jüngsten Bericht der Menschenrechtsorganisation hervor. Eine Gefahr für die Zivilisten seien auch die oft unorganisierten Kämpfer aufseiten der Rebellen, die inmitten der Zivilbevölkerung aktiv würden. Viele gäben sich als Kämpfer der Freien Syrischen Armee zu erkennen, seien aber mit dieser nur ganz lose verbunden.

Nach Darstellung des Amnesty-Beobachters in Aleppo gab es täglich einen ganzen Schwall von Bombardements und Artillerie-Angriffen der Regierungstruppen in verschiedenen Teilen der Stadt. Darunter seien Angriffe gewesen, die nach Amnesty-Beobachtung gezielt auf Zivilisten gerichtet gewesen seien. Teilweise sei ungenaue Munition - darunter Bomben, Granaten und Mörser - verwendet worden. Laut Amnesty wurde offensichtlich kaum versucht, Menschenleben zu schützen. Zusätzlich seien täglich Leichen von meist jungen Männern gefunden worden, die Merkmale von Folter aufwiesen.

Bericht Amnesty