Frankfurt/Main (dpa) - Die Schuldenkrise und die weltweite Konjunkturschwäche erfassen nach einer Umfrage zunehmend auch die deutsche Exportindustrie. Im August seien die Bestellungen bei den deutschen Exporteuren im Vergleich zum Vormonat so stark eingebrochen wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr.

Das teilte das Forschungsunternehmen Markit am Montag nach einer Umfrage unter mehr als 500 Unternehmen zur Industriekonjunktur in Deutschland mit. Insgesamt habe die deutsche Industrie ihre Talfahrt im August zwar verlangsamt. Dennoch stehe sie im dritten Quartal 2012 vor ihrem schlechtesten Vierteljahr seit über drei Jahren, sagte Markit-Ökonom Tim Moore: «Der Auftragseingang leidet vor allem unter dem Export, der wegen der weiter nachlassenden globalen Nachfrage das höchste Minus seit April 2009 ausweist.»

Gut gehalten hätten sich nur die Konsumgüterproduzenten, die von der anziehenden Binnennachfrage profitierten. Hingegen hätten insbesondere die Hersteller von Investitions- und Vorleistungsgütern hohe Exportverluste vermeldet. Die Auftragsbestände sanken nach den Angaben den zwölften Monat in Folge - und zwar rasant. Besonders markant sei die Zahl der Bestellungen aus Südeuropa gesunken. Im zweiten Quartal hatte der starke Außenhandel die deutsche Wirtschaft vor einem Einbruch bewahrt und ihr ein Plus von 0,3 Prozent beschert.

Auch die Stimmung im deutschen Mittelstand trübt sich angesichts der anhaltend hohen Unsicherheit über die Zukunft der Eurozone und die globale Wirtschaftsentwicklung, berichtete die KfW Bankengruppe am Montag in Frankfurt bei der Vorlage des Mittelstandsbarometers von KfW und ifo-Institut. Das Geschäftsklima der kleinen und mittleren Unternehmen sei zum sechsten Mal in Folge gesunken. Die Krisenangst erfasse zunehmend auch die deutsche Binnenwirtschaft. So habe der lange überaus positiv gestimmte Einzelhandel im August die stärkste Klimaeintrübung aller Branchen verzeichnet.

Mitteilung KfW

Mitteilung Markit

BDI-Außenwirtschafts-Report