Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat am Montag von besser als erwartet ausgefallenen Konjunkturdaten aus Spanien profitiert und die Marke von 7000 Punkten zurückerobert. Am Nachmittag legte der deutsche Leitindex um 0,48 Prozent auf 7004 Punkte zu.

Der MDax mittelgroßer Werte zeigte sich kaum verändert mit plus 0,13 Prozent bei 11 031 Punkten. Der TecDax sank um 0,18 Prozent auf 796 Punkte. Obwohl die US-Börsen feiertagsbedingt zum Wochenauftakt geschlossen bleiben, waren die Umsätze bis zum frühen Nachmittag stabil.

«Spanien hat Schwung in den Markt gebracht und für leichten Auftrieb gesorgt. Spannend wird es aber spätestens am Donnerstag, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) zu ihrer Ratssitzung zusammenkommt und sich womöglich zu weiteren Anleihekäufen äußert», sagte Marktanalyst Christoph Schmidt von der N.M.F. AG. «Da könnte auch schon am Mittwoch etwas durchsickern.» Die Stimmung in der spanischen Industrie hellte sich im August etwas stärker als erwartet auf und erreichte den höchsten Stand seit März. In Italien hingegen trübte sich die Stimmung etwas weiter ein.

Spitzenwert im Dax waren die Aktien von Fresenius, die um 2,33 Prozent auf 86,80 Euro zulegten. Zugleich brachen die Titel von Rhön-Klinikum im MDax um 21,87 Prozent auf 14,805 Euro ein. Die erbitterte Übernahmeschlacht um den Klinikbetreiber Rhön ist vorerst beendet. Der Medizinkonzern Fresenius warf das Handtuch, weil er auch bei einer neuen Offerte nicht die unternehmerische Führung erlangt hätte. Damit haben die Fresenius-Widersacher Asklepios und B. Braun ihr Ziel erreicht.

Ein Pressebericht samt Kommentar des Autobauers Volkswagen belastete die Titel des Wolfsburger Unternehmens. Sie sanken um knapp zwei Prozent und waren damit schwächster Wert im Leitindex. Laut Informationen der «Automobilwoche» bereitet Volkswagen seine Zulieferer auf mögliche Produktionskürzungen im Herbst vor. Es sei mündlich darauf hingewiesen worden, dass die Produktion des Konzerns im Herbst um etwa zehn Prozent sinken könnte, berichtet die Zeitschrift.

Ein VW-Sprecher bezeichnete dies dem Bericht zufolge als «spekulativ», sagte aber zugleich, dass die nächsten Monate insgesamt «deutlich schwieriger und fordernder werden». Ein Händler sagte dazu: «Dieser Bericht, in Kombination mit Wachstumssorgen in China, drückt allgemein auf die Aktien von Autoherstellern.» Die Anteilsscheine von Daimler und BMW gaben um jeweils rund 0,8 Prozent nach.

Spitzenwert im MDax waren die Aktien von Lanxess mit plus 3,80 Prozent auf 62,61 Euro. Eine Aufnahme in die erste Börsenliga, den Dax, scheint für September inzwischen gesichert zu sein, nachdem die Deutsche Börse ihre August-Rangliste veröffentlicht hat.

Am Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,08 Prozent am Freitag auf nun 1,05 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 135,08 Punkte. Der Bund-Future fiel um 0,12 Prozent auf 143,86 Punkte. Der Kurs des Euro fiel: Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,2568 (Freitag: 1,2611) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7957 (0,7930) Euro.