Walldorf/Oakland (dpa) - Der fünf Jahre lange Datenklau-Streit zwischen SAP und Oracle geht in eine nächste Runde.

Die Amerikaner hätten Berufung gegen die im August vereinbarte Schadenersatzzahlung von 306 Millionen Dollar (damals 251 Mio Euro) eingelegt, sagte ein SAP-Sprecher in Walldorf und bestätigte damit einen Bericht des «Mannheimer Morgens». «Wir sind enttäuscht, dass Oracle diesen Rechtsstreit weiter hinauszieht», so der Sprecher. «Wir hatten uns auf eine vernünftige Regelung geeinigt, denn wir glauben, dass dieser Fall schon lange genug andauert.» SAP wolle nach wie vor den Rechtsstreit abschließen. Das Verfahren kommt laut Zeitung nun vor ein Berufungsgericht in San Francisco.

Der deutsche Software-Konzern wollte seinem US-Rivalen den Schadenersatz zahlen, nachdem Mitarbeiter der 2005 übernommenen und mittlerweile geschlossenen SAP-Tochterfirma TomorrowNow im großem Stil unrechtmäßig Updates bei Oracle heruntergeladen hatten. Die Staatsanwaltschaft von San Francisco kam bei ihren Ermittlungen auf mindestens 6249 Fälle und brummte SAP eine Strafe von 20 Millionen Dollar auf, die die Deutschen auch klaglos zahlten. Parallel dazu lief seit 2007 die zivilrechtliche Klage von Oracle vor einem kalifornischen Gericht. Die Walldorfer hatten die Verfehlungen eingestanden und sich öffentlich entschuldigt.

alte Oracle-Mitteilung

SAP-Portal mit Unterlagen zum Fall