Frankfurt/Main (SID) - Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS), hat im Zusammenhang mit dem Fall Kevin Pezzoni die Fußball-Klubs in die Pflicht genommen. "Vereine dürfen sich nicht scheuen, Grenzen zu ziehen und Sanktionen auszusprechen. Je mehr ein Verein sich auch in ruhigen Zeiten mit seiner Fanszene auseinandersetzt oder auch mal Strafen ausspricht, desto höher ist die Akzeptanz durch die Fans in schwierigeren Phasen", sagte Gabriel am Montag in Frankfurt/Main.

Weiterhin habe auch er eine negative Tendenz innerhalb der Fankurven in den vergangenen Monaten ausgemacht: "Generell ist der Respekt von Teilen der Zuschauer deutlich geringer geworden. Die Schwelle, von Beleidigungen zu körperlicher Gewalt zu kommen, hat sich negativ verschoben."

Pezzoni, Abwehrspieler des Zweitligisten 1. FC Köln, hatte den Verein um Auflösung seines Vertrages gebeten, nachdem er vor seiner Haustür und auch im Internet von FC-Hooligans bedroht worden war. Während der Karnevalstage hatte ihm ein Angreifer bereits das Nasenbein gebrochen.

Zudem kritisierte Gabriel die öffentliche Fan-Schelte durch Hannover-Klubchef Martin Kind. "Die wichtigsten Player im Zusammenhang mit Fanverhalten sind die Entscheidungsträger der Vereine. Wir glauben, dass es immer besser ist, mit den Fans hinter verschlossenen Türen zu sprechen, anstatt sich öffentlich über sie zu äußern", sagte Gabriel.

Nach der Bundeliga-Partie der Hannoveraner beim VfL Wolfsburg (4:0) hatte Kind die 96-Anhänger nach beschämenden Beleidigungen gegen den Wolfsburger Emanuel Pogatetz scharf kritisiert und als "Arschlöcher" beschimpft.