Urabstimmung über Ärztestreik - Ausstand ab September möglich

Berlin (dpa) - Im Streit um höhere Ärztehonorare wollen die Mediziner in einer Urabstimmung über Warnstreiks entscheiden. Patienten müssen sich damit ab Ende September auf Praxisschließungen, lange Wartezeiten und die Behandlung in Krankenhäusern einstellen. Aus Ärger über die Krankenkassen ließen die Spitzenvertreter der Ärzte die Verhandlungen heute platzen. Erst in zwei Wochen soll nach einem klärenden Gespräch weiterverhandelt werden. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr rief beide Seiten zur Einigung auf.

Merkel sieht keine rasche Lösung bei Zuschussrente

Berlin (dpa) - Mit ihrer geplanten Zuschussrente gegen Altersarmut stößt Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen auf geschlossenen Widerstand - nicht nur in der Koalition, sondern auch bei Arbeitgebern, Gewerkschaften und Opposition. Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht daher wenig Chancen für eine schnelle Verwirklichung. Man stehe in der Union vor einer langen Debatte, sagte sie bei der Bundesdelegiertenkonferenz der Senioren-Union der CDU in Recklinghausen. Es müsse eine Balance zwischen den Interessen der jüngeren und der älteren Generation gefunden werden.

Menschenrechtler in Syrien beklagten August als blutigsten Monat

Damaskus (dpa) - Die grausame Kriegsführung des syrischen Regimes von Präsident Baschar al-Assad treibt die Opferzahlen in ungekannte Höhe. Mit 5000 getöteten Menschen war der August nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte der bisher blutigste Monat im Syrien-Konflikt. Der neue UN-Vermittler für Syrien, Lakhdar Brahimi, sieht kein rasches Ende des Blutvergießens. Seine Mission nannte der algerische Diplomat nahezu unmöglich. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz will sich bei Assad erneut für einen besseren Zugang zu Tausenden notleidenden Menschen einsetzen.

Protest wegen falsch übersetzter Mursi-Rede in Teheran

Dschidda (dpa) - Die Außenminister des Golf-Kooperationsrates haben den Iran scharf verurteilt. Hintergrund ist eine Rede des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi auf dem Gipfel der Blockfreien Staaten in Teheran, die falsch übersetzt worden war. Mursi hatte während der Eröffnung des Gipfeltreffens das mit dem Iran eng verbündete syrische Regime von Präsident Baschar al-Assad heftig angegriffen. Das führte zum Eklat: Die syrische Delegation verließ unter Protest den Saal. Allerdings war in der simultanen persischen Übersetzung «Syrien» durch «Bahrain» ersetzt worden.

Bundesregierung: Keine Störung der deutsch-israelischen Beziehungen

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung hat Berichte über eine Störung der deutsch-israelischen Beziehungen wegen des angeblichen Verkaufs deutscher U-Boote an Ägypten zurückgewiesen. Es habe sich nichts geändert an der Verpflichtung, die die Bundesregierung für die israelische Sicherheit empfinde, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Seibert wollte sich unter Hinweis auf die Geheimhaltungspflicht im Bundessicherheitsrat nicht zu dem angeblichen U-Boot-Geschäft mit Ägypten äußeren.

Obama will auf Demokraten-Parteitag den Weg zur Wiederwahl ebnen

Charlotte (dpa) - Auf dem Parteitag der Demokraten will US-Präsident Barack Obama mit großen Versprechen den Kampf um seine zweite Amtszeit einläuten. Seine Ziele: Wirtschaft ankurbeln, Arbeitsplätze schaffen, Mittelschicht stärken. Rund 6000 Delegierte und zahlreiche hochkarätige Redner, darunter die Ex-Präsidenten Jimmy Carter und Bill Clinton, wollen Obama bei der dreitägigen Convention in Charlotte von morgen an den Rücken stärken. Zwei Monate vor der Präsidentenwahl bleiben allerdings die Arbeitslosenzahlen weiter bedrohlich hoch.