Frankfurt/Main (dpa) - Wie weit geht die Europäische Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise im Euroraum? Darüber berät der Rat der Notenbank heute in Frankfurt.

EZB-Präsident Mario Draghi hatte gegen deutschen Widerstand ein geplantes neues Programm zum Kauf von Staatsanleihen der Krisenländer verteidigt und angekündigt, die EZB werde «im Rahmen ihres Mandats alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten».

Das könnte bedeuten, dass die EZB unbegrenzt Staatsanleihen kauft - und damit den verunsicherten Märkte die Sorge vor einem Zerfall der Eurozone nimmt. Draghi dürfte dazu heute Stellung nehmen. Bekannt ist bereits, dass die EZB anders als bisher nur dann aktiv werden will, wenn die betreffenden Staaten zuvor einen Hilfsantrag beim Euro- Rettungsfonds EFSF/ESM gestellt haben. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann lehnt das Programm ab. Nach seiner Überzeugung verstößt die EZB gegen das vertragliche Verbot der Staatsfinanzierung mit Hilfe der Notenpresse.

Die klassische Zinspolitik dürfte in den Hintergrund treten. Trotzdem rechnen zahlreiche Volkswirte mit einer Senkung des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf das neue Rekordtief von 0,5 Prozent. Zuletzt hatte die EZB den Leitzins im Juli um 0,25 Prozentpunkte reduziert.

Eingangsstatement Draghi Pk 2.8.2012

Weidmann-Interview im «Spiegel»

Gastbeitrag Draghi in der «Zeit»

Rechtlicher Rahmen der EZB I

Rechtlicher Rahmen der EZB II

EZB zu Staatsanleihenkäufen

Zeitreihe Leitzinsen EZB