Frankfurt/Main (dpa) - Die Hoffnungen auf eine Wende im Tarifstreit bei der Lufthansa schwinden unmittelbar vor dem geplanten 24-Stunden-Streik am Freitag. Bislang habe es keine persönlichen Gespräche über eine von Lufthansa-Manager Peter Gerber erneut ins Spiel gebrachte Schlichtung gegeben.

Das berichteten die Fluggesellschaft und die Kabinengewerkschaft Ufo am Donnerstag übereinstimmend. Beide hatten von der jeweils anderen Seite verlangt, den ersten Schritt zu tun. Gerber hatte am Mittwoch eine auf wenige Vergütungsfragen verengte Schlichtung angeregt.

Über den Einsatz von Leiharbeitern oder die Gründung einer internen Billiglinie mit geringeren Tarifen wollte er aber explizit nicht sprechen und behielt damit die bisherige Linie in der Schlichtungsfrage bei. Ufo-Chef Nicoley Baublies gab sich seinerseits verhandlungsbereit: «Alles, was diesen Streik abwenden kann, ist eine gute Idee. Da muss aber Lufthansa mit uns sprechen, wie wir das genau hinbekommen können», sagte er dem TV-Sender N24.

Allerdings ist für die Lufthansa der Schaden des für Freitag angekündigten bundesweiten Streiks längst eingetreten, erklärte Lufthansa-Sprecher Andreas Bartels. Lufthansa hat bereits knapp 1000 der 1800 für Freitag geplanten Verbindungen gestrichen. Die Fluggäste der Interkontinentalverbindungen aus dem Ausland seien längst umgebucht worden und auch für alle anderen werde nach anderen Reisemöglichkeiten gesucht. «Der Schaden ist für uns bereits eingetreten.»

Normalerweise begrüßt Lufthansa an einem Freitag rund 170 000 Gäste. Sie werden auf allen möglichen Wegen auf die Absagen aufmerksam gemacht. Unter anderem schaltete das Unternehmen große Anzeigen in den überregionalen Tageszeitungen.

Fluginfo der Lufthansa

Passagierbrief Ufo

Gestrichene Flüge