Monza (dpa) - Ein Gerücht elektrisiert Monza: Lewis Hamilton könnte angeblich Nachfolger von Michael Schumacher im Silberpfeil werden. Die beiden Formel-1-Teams McLaren und Mercedes dementierten sofort energisch.

Schumacher lässt seine Entscheidung weiter offen und Hamilton reagierte sichtlich genervt mit Ausweichmanövern auf dieses Reiz-Thema. «Nein», sagte der Brite am Donnerstag bei einer Pressekonferenz vor dem Großen Preis von Italien kurz angebunden auf die Frage, ob er schon wisse, für welchen Rennstall er 2013 fahre.

«Ich habe keine Deadline», versicherte Hamilton in Monza. «Ich bin in einer prima Position.» Der Vertrag des Weltmeisters von 2008 mit McLaren endet nach dieser Saison, so dass er auf dem Markt ist. Schumacher betonte bereits x-mal, dass er frühestens im Oktober über seine Formel-1-Zukunft entscheiden werde.

Der ehemalige Teamchef Eddie Jordan hatte die Spekulationen über den spektakulären Fahrerwechsel angeheizt. Er sagte dem englischen Sender BBC: «Ich glaube, dass Hamilton und Mercedes sich schon einig sind. Der Deal könnte kurz bevorstehen.» Jordan versicherte, er könne bestätigen, dass sich Hamiltons «Leute mit Mercedes getroffen haben».

Mercedes und McLaren dementierten den angeblich feststehenden Cockpit-Coup. «Das Management von Lewis Hamilton hat uns mitgeteilt, dass diese Geschichte unwahr ist», teilte ein Sprecher des britischen Teams der Nachrichtenagentur dpa mit. Ein Mercedes-Sprecher sagte: «Solange wir nicht beide Fahrer für die nächste Saison bekanntgegeben haben, ist es unvermeidlich, dass über die Besetzung spekuliert wird. Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir Spekulationen generell nicht kommentieren.»

Die englische Zeitung «Daily Mail» trieb die wilden Spekulationen am Donnerstag sogar noch weiter, indem sie Hamilton sogar als möglichen Ersatz für Nico Rosberg ins Gespräch brachte. Rosberg ist im Gegensatz zu Schumacher noch bis 2016 an Mercedes gebunden. «Nein», antwortete der Wiesbadener auf die Frage, ob er wisse, wer sein künftiger Teamkollege sei.

Der sich sichtlich unwohl fühlende Hamilton ließ sich trotz mehrfachem Nachhakens nicht aus der Reserve locken. «Ich fahre für McLaren und hoffe auf ein gutes Wochenende», sagte er einsilbig. Jenson Button und er hätten das große Potenzial des McLaren eindrucksvoll demonstriert. Hamilton hatte vor der Sommerpause in Ungarn gewonnen, sein Teamkollege danach in Belgien. «Ich will gewinnen», nannte der Ex-Champion als entscheidendes Kriterium für seine Team-Wahl.

Der englische «Telegraph» berichtete indes, Hamiltons Entscheidung sei längst zugunsten von Mercedes gefallen. Er solle dort für einen Dreijahresvertrag angeblich 60 Millionen Pfund (75 Millionen Euro) erhalten. Möglicherweise nutzt Hamiltons Management auch nur die gute Gelegenheit, um den Preis für eine Vertragsverlängerung mit McLaren nach oben zu treiben. Teamchef Martin Whitmarsh hatte vor kurzem versichert, die Verhandlungen seien auf gutem Weg. Es gehe nur um Kleinigkeiten.

Indes sorgte Schumacher mit der Präsentation eines neuen persönlichen Sponsors für Schmunzeln in dem ganzen Wirrwarr: Der siebenmalige Weltmeister wirbt ironischerweise für einen Hersteller von Navigationsgeräten. «Das hat nichts mit meiner Formel-1-Zukunft zu tun, aber es ist ein Partner für die Zukunft», sagte Schumacher. Sofort kursierten Witze, dass diese Fahrhilfe dem 91-maligen Grand-Prix-Gewinner auch Orientierung bei der Entscheidung über seine Formel-1-Zukunft geben könne.