EZB legt unbegrenztes Kaufprogramm für Staatsanleihen auf

Frankfurt/Main (dpa) - Die Europäische Zentralbank (EZB) steht vor einer zweiten Runde von Anleihekäufen finanzschwacher Euroländer. Nach der Ratssitzung am Donnerstag kündigte Notenbankchef Mario Draghi in Frankfurt ein entsprechendes Kaufprogramm an, das dem Volumen nach unbegrenzt sei. Damit hebt es sich in einem wesentlichen Punkt von den ersten Anleihekäufen der EZB seit dem Frühjahr 2010 ab, das Draghi selbst als im Umfang begrenzt umschrieben hatte. Draghi rechtfertigte die neuen Anleihekäufe damit, dass die Wirkung der herkömmlichen EZB-Geldpolitik wegen des Misstrauens in den Euro gestört sei. Als Grund nannte er die hohen Risikoaufschläge für Staatsanleihen krisengeschwächter Euroländer.

Viele Lufthansa-Flugzeuge am Boden - ob Streik oder nicht

Frankfurt/München (dpa) - Die Lufthansa steuert mit unvermindertem Tempo auf den ersten bundesweiten Streik ihrer Flugbegleiter zu. Für Freitag hat Europas größte Fluggesellschaft 983 von 1781 geplanten Verbindungen gestrichen. Auch vorher und nachher müssen Flüge ausfallen, um das System am Samstag möglichst schnell wieder zu stabilisieren. Hoffnungen auf eine Annäherung in dem Tarifstreit erfüllten sich am Tag vor dem Streik zunächst nicht. Die Bahn, Mietwagenfirmen und Konkurrent Air Berlin bereiteten sich auf einen Ansturm der Kunden vor.

Dax-Aufstieg von Continental und Lanxess - MAN und Metro raus

Frankfurt/Main (dpa) - Der Autozulieferer Continental und das Spezialchemieunternehmen Lanxess steigen in die erste deutsche Börsenliga Dax auf. Dafür müssen der Lastwagenhersteller MAN und der Handelsriese Metro in den Index für die mittelgroßen Werte MDax absteigen. Die Veränderungen werden zum 24. September wirksam, wie die Deutsche Börse am Mittwochabend mitteilte. Der Leitindex Dax umfasst die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse, die ihren Sitz in Deutschland haben. Dax-Unternehmen stehen im Fokus internationaler Investoren.

OECD erwartet leichte Rezession in Deutschland

Paris (dpa) - Deutschland wird nach Einschätzung der OECD im zweiten Halbjahr in eine leichte Rezession abrutschen. Für das dritte Quartal prognostizieren die Volkswirte der internationalen Wirtschaftsorganisation einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,1 Prozent, im Schlussquartal sogar ein Minus von 0,2 Prozent. Auf ein Jahr hochgerechnet sind es -0,5 beziehungsweise -0,8 Prozent. Für das Gesamtjahr erwartet die OECD in dem am Donnerstag vorgestellten Konjunkturausblick nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent. Im Frühjahr hatte die Prognose für Deutschland noch bei 1,2 Prozent gelegen.

Maschinenbau trotzt negativem Trend - Prognose deutlich erhöht

Frankfurt/Main (dpa) - Die deutschen Maschinenbauer erhöhen trotz Euro-Schuldenkrise und weltweiter Konjunkturabkühlung ihre Drehzahl. Gegen den Trend beurteilt die Schlüsselindustrie mit ihren rund 970 000 Beschäftigten die Zukunftsaussichten zuversichtlicher als noch vor einigen Monaten. Die Branche traut sich in diesem Jahr ein preisbereinigtes Produktions-Plus von zwei Prozent zu. Zuletzt war der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) noch von einer Stagnation ausgegangen. «Wir sind im Frühjahr besser als erwartet gestartet. Das zieht das gesamte Jahresergebnis nach oben», erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers am Donnerstag.

EU-Kommission leitet Verfahren gegen chinesische Solarbanche ein

Brüssel (dpa) - Die EU-Kommission hat ein Antidumping-Verfahren gegen die chinesische Solarbranche eingeleitet. Die Wettbewerbsbehörde werde prüfen, ob die Asiaten mit zu niedrigen Preisen den Wettbewerb schädigen, teilte die EU am Donnerstag mit. Sie reagiert damit auf einen Antrag von europäischen Solarfirmen wie der Bonner Solarworld, die sich durch die Billigkonkurrenz aus China geschädigt fühlen. Es lägen genügend Beweise vor, die die Einleitung eines Verfahrens rechtfertigten, erklärte die Kommission. China kritisierte die Einleitung des Verfahrens. Die Wettbewerbsbehörde hat nun 15 Monate Zeit, über Strafzölle zu entscheiden.

Urteil: Verbraucher können nach Einkauf im Ausland zu Hause klagen

Luxemburg/Brüssel (dpa) - Wer bei einem Händler in einem anderen EU-Land einkauft, kann im Streitfall vor einem heimischen Gericht klagen. Der Käufer muss nicht im Ausland prozessieren. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in Luxemburg entschieden (Rechtssache C-190/11) und damit die Rechte von Verbrauchern gestärkt. Dies gelte nicht nur für Verträge, die im Internet, per Telefon oder Post abgeschlossen wurden, sondern auch wenn der Verbraucher ins Ausland gefahren ist und dort den Kaufvertrag unterschrieben hat.

EU-Urteil: Winzer dürfen nicht für «bekömmlichen» Wein werben

Luxemburg/Mainz (dpa) - Winzer dürfen nicht für «bekömmlichen» Wein werben. Nach einem EU-Urteil sind Werbeslogans wie «sanfte Säure», «Edition Mild» oder «bekömmlich» für Wein verboten. Dies sei eine gesundheitsbezogene Angabe, die auf den geringen Säuregehalt und die leichtere Verdauung hinweise, aber die Gefahren beim Trinken von Alkohol verschweige, entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Donnerstag in Luxemburg (Rechtssache C-544/10). Zum Schutz der Verbraucher dürften Hersteller weder auf dem Etikett noch in der Werbung solche Begriffe verwenden.