Santa Clara (dpa) - Eine schwächelnde Nachfrage nach Mikroprozessoren verhagelt dem weltgrößten Chip-Hersteller Intel das Geschäft. Der US-Konzern kürzte am Freitag seine Umsatzprognose für das laufende dritte Quartal. Statt bis zu 14,8 Milliarden Dollar traut sich Intel nun noch maximal 13,5 Milliarden Dollar zu (10,6 Mrd Euro).

Intel begründete die Umsatzwarnung mit dem «herausfordernden gesamtwirtschaftlichen Umfeld». Die Hardware-Hersteller würden derzeit ihre Lager nicht wie üblich vor Weihnachten füllen, sondern ihre Lagerbestände abbauen. Selbst das bislang noch vergleichsweise gut gelaufene PC-Geschäft mit Firmenkunden flacht laut Intel ab. Die Aktie fiel vorbörslich um 2 Prozent.

Intel gilt als Gradmesser für die gesamte Computerbranche. Vier von fünf PC-Prozessoren - die Herzen eines jeden Rechners - stammen von den Kaliforniern. Der Abwärtstrend deutete sich aber bereits an: Sowohl große PC-Hersteller wie Dell und HP als auch der kleinere Rivale AMD hatten über Probleme berichtet. Zum Teil halten sich die PC-Käufer auch mit Neuanschaffungen zurück, weil sie auf den bevorstehenden Start des neuen Microsoft-Systems Windows 8 warten.

Neben den wirtschaftlichen Unsicherheiten macht der Siegeszug der Tablet-Computer und Smartphones dem Halbleiter-Riesen zu schaffen. Bei den neuen mobilen Geräten ist der Konzern vergleichsweise schlecht aufgestellt, weil hier bislang vorrangig Mikroprozessoren mit der konkurrierenden ARM-Architektur eingesetzt werden. Das Geschäft mit Chips für Rechenzentren läuft nach Auskunft von Intel dagegen wie erwartet.