Berlin (dpa) - Die Bundesbank lässt sich einen falschen Präsidenten nicht gefallen: Sie ließ ein angebliches Profil von Jens Weidmann beim weltgrößten Online-Netzwerk am Freitag löschen.

Die anonymen Macher hatten auf der Seite Artikel über Weidmann veröffentlicht. Offenbar waren einige Politiker auf die Fälschung hereingefallen, so hinterließ die FDP-Politikerin Birgit Reinemund einen Kommentar an der Pinnwand, in dem sie Weidmanns kritische Haltung gegenüber dem Anleihekauf-Programm der Europäischen Zentralbank (EZB) unterstützte.

«Meine Kollegen haben darum gebeten, es zu löschen», sagte eine Bundesbank-Sprecherin am Freitag «Handelsblatt Online» nach dem Verschwinden des Profils. Nach Recherchen von «Handelsblatt Online» hatte der anonyme Betreiber des Profils eingeräumt, nicht der echte Bundesbankpräsident zu sein. Aber «vielleicht regt ihn der enorme Zuspruch hier auf dieser Seite an, selber tätig zu werden.»

Bei Facebook kann jeder eine sogenannte Fanseite im Namen einer Person oder Organisation anlegen. Das Unternehmen überprüft die Echtheit erst ab einer gewissen Anzahl von Fans. Falsche Profile von Prominenten sorgten bereits wiederholt für Verwirrung.

Falsche Facebook-Seite Weidmann